Gerry Weber-Aktie fällt nach Gewinnwarnung um mehr als 30 Prozent
· Börse Online Redaktion
Seit Februar steht Ralf Weber, Sohn des Firmengründers Gerhard Weber, an der Spitze des Konzerns. Nun musste er schlechte Nachrichten verkünden. Für das Geschäftsjahr 2014/15 erwartet er einen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebit) um 20 bis 25 Prozent. Der Umsatz soll dank der Übernahme des Konkurrenten Hallhuber zwar um einen hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das wären im besten Fall aber knapp 940 Millionen Euro - bislang hatte Gerry Weber einen Umsatz von mindestens 970 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Die Rücknahme der Prognosen folgt auf einen deutlichen Gewinneinbruch im ersten Halbjahr: Das Ebit sank um gut ein Viertel auf 36,2 Millionen Euro. Der Umsatz legte zwar um 4,8 Prozent auf 432,7 Millionen Euro zu, blieb damit aber hinter den Erwartungen des Managements zurück. Die Kundinnen hätten sich nicht in die Geschäfte locken lassen - oft wegen des schlechten Wetters, aber auch, weil Verbraucher einer Studie zufolge derzeit mehr in höherpreisige Güter wie Autos, Möbel und Immobilien investierten, hieß es zur Begründung.
Das Unternehmen aus Halle in Westfalen hatte im vergangenen Jahrzehnt unter der Regie von Gerhard Weber schnell expandiert. Immer wieder wurde die Umsatzmilliarde ins Visier genommen, erreicht wurde sie bislang nicht. Statt des Großhandels und des Verkaufs über Franchise-Partner setzt Weber wie Esprit, Hugo Boss oder Tom Tailor auf eigene Läden. Mit seiner Damenmode für über 40-Jährige ringt der Anbieter wie andere hiesige Modefirmen auch mit den wachsenden Marktanteilen von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti. Die Konkurrenten sorgen mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte. Weber will nun gleichziehen und kündigte neben einem strikteren Kostenmanagement bei Sach- und Personalaufwendungen flexiblere Beschaffungsstrukturen an. Ziel sei es, rascher auf aktuelle Bedarfe eingehen zu können und entsprechende Kollektionen in die Läden zu liefern. Die Experten von Equity Research erwarten aber keine rasche Besserung. "Die Beseitigung der strukturellen Probleme braucht Zeit."
Reuters
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