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Gewinngiganten: Die profitabelsten Konzerne der Welt - das sind unsere sechs Favoriten

Gewinngiganten: Die profitabelsten Konzerne der Welt - das sind unsere sechs Favoriten

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06.12.2019 - 18:09
25.11.2019 06:52:30

Der Ölmulti Saudi Aramco, aktuell das wertvollste und gewinnstärkste Unternehmen weltweit, plant den Gang aufs Börsenparkett. Wir haben dies zum Anlass genommen, weitere Firmen zu finden, die mit hohen Profiten glänzen. Unsere sechs Favoriten. Von Jürgen Büttner

Es wird ein spektakulärer Börsengang - vielleicht sogar der größte aller Zeiten. Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco gibt demnächst sein Debüt am Aktienmarkt. Am 17. November beginnt die Zeichnungsfrist. Der Ölgigant gilt aktuell als das wertvollste Unternehmen der Welt. Auch was den Gewinn betrifft, spielt die Gesellschaft ganz oben mit. Laut aktueller Ausgabe der Forbes-Liste mit den global profitabelsten Unternehmen belegt Saudi Aramco den ersten Platz. Den im Vorjahr erzielten Gewinn beziffert das US-Finanzmagazin auf rund elf Milliarden US-Dollar - das sind gut 86 Prozent mehr als für den zweitplatzierten Apple zu Buche stehen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen trotz Raketen- und Drohnenangriffen auf die Anlagen von Saudi Aramco noch einmal mehr als 68 Milliarden hinzu.

Dennoch ist der Börsengang kein Selbstläufer. Das zeigt sich an den mehrfach verschobenen IPO-Terminen sowie Abstrichen beim geplanten Emissionsvolumen. Damit ist eines klar: Hohe Profite allein reichen nicht für eine erfolgreiche Börsenstory. Das Gesamtpaket muss stimmen. Die Zweifel der Investoren hinsichtlich des fossilen Energieträgers Öl in Zeiten des Klimawandels sind möglicherweise doch relativ groß. Hinzukommen dürften politische Bedenken und Vorbehalte mit Blick auf die Führung des saudi-arabischen Unternehmens. So könnten ausländische Anleger hier im Ernstfall letztlich wenig zu sagen haben. Die Rentabilität ist hingegen derzeit kein Problem. Bei einem Ölpreisniveau wie im Schnitt 2018 verdient das Unternehmen ausgesprochen gut. So belief sich die Rendite auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital 2018 auf 41,1 Prozent. Wie der Vorstandschef Amin H. Nasser stolz betont, hat Saudi Aramco damit die fünf wichtigsten Branchenkonkurrenten abgehängt.

Allerdings hängen die Ergebnisse auch stark von der Ölpreisentwicklung ab. Und diese kann bekanntlich durchaus volatil ausfallen. Folglich drohen erhebliche Ergebnisschwankungen. Anleger hingegen bevorzugen Stabilität. So gesehen wäre es überraschend, sollte die Börse Saudi Aramco einen deutlich höheren Börsenwert als etwa Apple oder Microsoft zugestehen. Selbst die beteiligten Invest­mentbanken tun sich schwer, eine treffsichere Bewertung für das Unternehmen zu erstellen. Der errechnete Firmenwert schwankt zwischen 1,2 und 2,3 Milliarden US-Dollar - eine ungewöhnlich breite Spanne.

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Börse belohnt Rentabilität

Trotzdem zeichnet sich auf dieser Basis eines ab: Selbst am unteren Ende dieser Bandbreite wäre Saudi Aramco wertvoller als die großen Technologiekonzerne Apple und Microsoft. Diese derzeit noch weltgrößten börsennotierten Gesellschaften kommen auf eine Marktkapitalisierung von jeweils über eine Billion Dollar. Folglich scheinen sich letztlich bei Saudi Aramco hohe Profite und damit die Fähigkeit, hohe Gewinne sowie eine ansehnliche Rentabilität zu erzielen (Gewinn in Relation zum eingesetzten Kapital), an der Börse auszuzahlen.

Das alles zusammen in Verbindung mit hohen Wachstumsraten kann sich extrem bezahlt machen. Das zeigt die blendende Kursentwicklung von Aktien wie Apple, Microsoft, Alphabet oder Facebook, die allesamt in der Forbes-Profitabilitätsliste vorn dabei sind. Hohe Profite allein reichen hingegen für eine überzeugende Wertentwicklung nicht aus. Das zeigt die dürftige Kursverfassung von einigen der 50 in der Forbes-Liste enthaltenen Unternehmen. Das Zusammenspiel zwischen Rentabilitätskennzahlen und Aktienkursen haben Mitarbeiter der türkischen Muğla Sıtkı Koçman Universität empirisch analysiert. Als Universum diente der türkische Leitindex ISE 100. Dem Ergebnis zufolge war insbesondere eine positive Relation zwischen der Nettogewinnspanne und den Aktienkursen zu beobachten.

Konkret führte demnach ein Anstieg der Nettomarge von einem Prozent zu einem Anstieg der Notierungen zwischen 1,32 und 1,86 Prozent. Die Studienautoren schließen daraus, dass bei Investmententscheidungen die Berücksichtigung der Reingewinnmarge einen positiven Beitrag zur Aktienkursentwicklung leisten kann. Bei der Suche nach den interessantesten Investments unter den 50 Topwerten aus der Forbes-Rangliste haben wir deshalb auch die Rentabilität in unsere Auswahl einfließen lassen. Als Kennziffern dienten neben der Nettogewinnspanne unter anderem die Ebit-Marge und die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Zur Orientierung: Grob und pauschal gesprochen ist eine Nettogewinnspanne von fünf Prozent als niedrig einzustufen, zehn Prozent sind durchschnittlich und 20 Prozent gelten als hoch.

Regionale und sektorale Unterschiede


Im Zuge des Auswahlprozesses sind darüber hinaus noch einige Punkte zu beachten: Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Rentabilität über Branchen und Regionen hinweg unterschiedlich ausfällt. So waren laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft E & Y im Vorjahr nordamerikanische Unternehmen (Durchschnittsmarge: 13,6 Prozent) deutlich profitabler als etwa europäische (10,3 Prozent) und asiatische Gesellschaften (7,6 Prozent).

Auf Branchenebene glänzten Pharma- und Biotechkonzerne bei der Ebit-Marge mit den besten Werten. Im Schnitt erwirtschafteten sie laut E & Y 21 Prozent. Zum Vergleich: Die Ebit-Spanne beim Branchenschlusslicht Groß- und Einzelhandel beträgt lediglich vier Prozent. Basierend auf eigenen Erhebungen kommt die US-Unternehmensberatung McKin­sey zu folgendem Schluss: "Die Branchen­effekte sind tatsächlich so groß, dass Durchschnittsfirmen in Branchen mit im Schnitt hohen Margen dazu neigen, besser abzuschneiden als großartige Gesellschaften aus Branchen mit allgemein unterdurchschnittlichen Margen."

Auf Einzelwertebene sind fallende Ergebnisspannen aus Anlegersicht tendenziell negativ zu interpretieren. Steigende Gewinnmargen sollten sich dagegen positiv auf die Aktienkursentwicklung auswirken. Das bedeutet, Unternehmen, die bei der Marge gerade einen "Durchhänger" haben, können durchaus spannende Investments sein, wenn es ihnen gelingt, ihre Rentabilität zu verbessern. Verschlechtert sich diese allerdings ausgehend von einem hohen Niveau, ist das als negativ einzustufen.

Unsere Favoritenauswahl

Das alles klingt plausibel, aber die schwierigste Aufgabe bleibt dennoch bestehen: und zwar, die künftigen Margentrends treffsicher vorherzusagen. Deshalb empfiehlt es sich, weitere Auswahlfilter bei der Suche nach lukrativen Aktien einzubauen. Wir vertrauen als Zusatzkriterien auf vernünftige Bewertungsrelationen sowie auf ein ansprechendes langfristiges Chartbild der Aktien. Unser Favoriten­sextett erfüllt aus unserer Perspektive alle diese Anforderungen.








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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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