Dieser KI-Chipentwicklungs-Dienstleister für Alphabet und Meta Platforms dominiert Segmente im Chipmarkt, die bis 2030 pro Jahr 30 Prozent und mehr zulegen sollten – eine teure, aber aussichtsreiche Aktie.
Bei den jüngsten Quartalsbilanzen hatten noch höhere Investitionen von Meta Platforms und Google Mutterkonzern Alphabet in Rechenzentren und Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) bei Investoren für Verunsicherung gesorgt. Mehr Geld für KI-Rechenzentren wird das Geschäft von Chipentwickler Broadcom jedoch noch stärker als bisher anschieben.
Der Konzern aus San José in Kalifornien entwickelt im Auftrag der großen Betreiber von Rechenzentren, inzwischen aber auch für Start-ups wie ChatGPT-Entwickler OpenAI, Halbleiter mit spezieller Struktur (ASIC) für Anwendungen austrainierter KI, Sprachmodelle wie ChatGPT, Metas Llama oder Alphabets Gemini. Bei diesen KI-Chips für Inferenz, wenn also KI nicht trainiert, sondern angewendet wird, um Entscheidungen, Einschätzungen oder Prognosen zu treffen, können die von Broadcom entwickelten ASIC-Chips Jobs im Vergleich zu den teuren Allroundern von Nvidia oder AMD viel günstiger erledigen.
Es ist ein Segment im KI-Chipmarkt, in dem Techkonzerne für einige Bereiche Alternativen zu Nvidia und AMD entwickeln lassen können. Allerdings sind die Prozesse selbst nicht günstig, und die Entwicklung bei Dienstleistern wie Broadcom und Marvell Technologies, die das ASIC-Segment für KI dominieren, dauert zwei, drei Jahre. Die Chips werden wie Grafikchip-Systeme (GPUs) von Nvidia und AMD auf den modernsten Anlagen von Taiwan Semiconductor (TSMC) gefertigt. Alphabet und Co, aber auch hochprofitable Techriesen wie Apple, die, wo es möglich ist, auf eigene Chips setzen, können und wollen sich eigene KI-Halbleiter leisten.
Gute Aussichten
Broadcom kommt auf rund 55 bis 60 Prozent Marktanteil, Marvell auf 15 Prozent. Zu Broadcoms Kunden zählen Alphabet und Meta, Marvell entwickelt für Amazon und Microsoft. Für 2025 wird der Markt auf 20 bis 30 Milliarden Dollar geschätzt und soll sich bis 2030 verdreifachen. Bis 2030 werden jährliche Zuwächse von mehr als 30 Prozent prognostiziert. Weitere Chips, zum Beispiel mit Netzwerktechnologie, ergänzen ASICs in KI-Systemen. Dieser Markt, für den Broadcom gut aufgestellt ist, könnte 2030 mehr als 320 Milliarden Dollar schwer sein. Aktuell ist Broadcom bei ASIC mit einem 73-Milliarden-Dollar-Orderbuch für die nächsten sechs Quartale ausgebucht. Die Kalifornier entwickeln auch Alphabets KI-Chip-Familie Tensor, die sich beim Training von Googles Sprachmodell Gemini als Alternative zu Nvidias Top-Chips Blackwell erwiesen hatte.
Ergänzend zu KI-Chips hat Broadcom wie Nvidia Technologien für Netzwerke und Software zur Simulation zusätzlicher Server in Rechenzentren. Im Geschäftsjahr bis Oktober sollte der Umsatz um gut 50 Prozent auf knapp 98 Milliarden Dollar zulegen und der Nettogewinn um fast 50 Prozent mehr auf knapp 51 Milliarden Dollar.
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