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ZINSEN

Gute Nachricht für Bauherren

Gute Nachricht für Bauherren
06.08.2022 09:00:49

Der Zinsschritt der EZB lässt nicht nur Sparer und Kontoinhaber aufatmen. Baugeld wird günstiger, da Investoren an den Finanzmärkten an der Stabilität der Eurozone zweifeln. Von Markus Hinterberger

Mit etwas Zeitverzögerung macht sich die jüngste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) ganz unterschiedlich für Kreditnehmer, Inhaber von Girokonten und Sparer bemerkbar. So verschwinden allmählich die Strafzinsen, und die Sparzinsen steigen leicht. Die zuletzt rapide angestiegenen Zinsen für Baugeld gehen dagegen schon wieder etwas zurück.

Günstigeres Baugeld


Aktuell sind die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen mit 2,4 Prozent im Vergleich zu den Höchstständen von 3,2 Prozent Anfang Juli sogar um ein Viertel günstiger. "Wir sehen eine Entspannung bei den Bauzinsen", sagt Ingo Foitzik, Geschäftsführer der Baufinanzierungssparte bei Check24. Das sorgt bei Käufern und Bauherren für Erleichterung. Denn zuletzt hatten sich Meldungen gehäuft, dass immer mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim wegen stark gestiegener Kreditzinsen nicht mehr verwirklichen könnten.

Dass Baugeld günstiger wird, obwohl die EZB die Leitzinsen angehoben hat, hängt mit den Zinsen auf Bundesanleihen zusammen. Diese haben weitaus größeren Einfluss darauf, was Immobiliendarlehen kosten als der Leitzins. Musste der Bund Anlegern auf Bonds mit zehn Jahren Laufzeit vor ein paar Wochen noch 1,75 Prozent Zinsen zahlen, sind es nun nur noch 0,7 Prozent. "Offenbar scheinen Anleiheinvestoren damit zu rechnen, dass ein Leitzins von 0,5 Prozent den Südstaaten der Eurozone Probleme bereiten wird. Daher flüchten sie in Bundesanleihen, was deren Zins drückt", erklärt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Ob dieser Effekt anhält und Baugeld noch günstiger macht, vermag Herbst nicht zu prognostizieren: "Es wäre eine Wette, auf noch niedrigere Kreditzinsen zu setzen." Gleich- wohl verdienten die Banken am Baugeld prächtig, meint Herbst. Verlangten sie im Vergleich zu Bundesanleihen früher nur etwa 1,2 Prozentpunkte mehr, so sind es nun gut zwei Prozentpunkte. Das liege auch an der Nachfrage. Die sei, so Herbst, wegen der Inflation noch hoch. Einige Banken würden nur noch sechsstellige Beträge finanzieren, um die Zahl der Anfragen zu begrenzen.

Im Vorgriff auf den Zinsschritt der EZB haben einige Banken im In- und Ausland ihre Einlagezinsen bereits deutlich erhöht und zum Teil verdoppelt. Hier zeigt sich, dass Banken wieder daran interessiert sind, sich Geld von ihren Kunden in Form von Festgeld zu leihen. So bekommen Kunden im Schnitt 0,4 Prozent, wenn sie Geld für ein Jahr bei einer Bank parken. Aktuell gibt es über den Zinsvermittler Weltsparen ein Angebot der bulgarischen Payray Bank mit einem Zins von 1,9 Prozent auf ein Jahr. Unter den Offerten, die Kunden direkt abschließen können, liegt die schwedische Klarna mit 1,35 Prozent auf ein Jahr vorn.

Beim Tagesgeld sind die Banken noch zurückhaltend. "Wir rechnen damit, dass in den nächsten Wochen und Monaten viele Institute ihre Zinsen anheben, um mit attraktiveren Konditionen um Kunden zu werben. In einem solch dynamischen Zinsumfeld sollten Anleger flexibel bleiben", rät Oliver Maier vom Vergleichsportal Verivox. Sein Tipp: Das Geld auf zwei abwechselnd auslaufende zweijährige Festgelder verteilen.

Strafzinsen verschwinden


Laut einer Erhebung des Vergleichsportals Biallo.de verlangten am 3. August noch 293 Banken ein Verwahrentgelt, Mitte Juli waren es knapp 400 Institute gewesen. Beobachter gehen davon aus, dass dies erst der Anfang ist. Viele Banken aktualisieren ihre Konditionen nach und nach, oft aber rückwirkend zum 1. August. Andererseits rechnet Zinsexperte Herbst damit, dass die Gebühren für Girokonten weiter steigen werden.

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