Europäische Aktien werden weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber ihren US-Pendants gehandelt. Für Anleger eröffnen sich dadurch attraktive Chancen – insbesondere bei ausgewählten Value-Titeln.

Laut JP Morgan Asset Management beträgt der Bewertungsabschlag europäischer Aktien aktuell rund 35 Prozent – ein historisches Niveau. „Noch nie in meiner Karriere waren europäische Aktien so deutlich günstiger bewertet als US-Aktien“, sagt Portfoliomanager Michael Barakos.

Zwar hat sich die Lücke zuletzt etwas verringert, doch bleibt das Bewertungsdelta außergewöhnlich hoch. Entscheidend ist: Der Abschlag lässt sich nicht allein durch unterschiedliche Branchenstrukturen erklären. In nahezu allen Sektoren sind europäische Unternehmen mindestens zehn Prozent günstiger bewertet, in einzelnen Branchen sogar bis zu 60 Prozent.

Bemerkenswert ist das vor allem vor dem Hintergrund einer insgesamt soliden Marktentwicklung in Europa. Während der US-Markt stark von wachstumsorientierten Technologiekonzernen dominiert wird, sind europäische Indizes traditionell stärker in Value-Sektoren verankert – und dennoch im direkten Vergleich durchweg günstiger bewertet.

Zusätzliche Chancen ergeben sich bei kleineren Unternehmen. Small und Mid Caps handeln derzeit mit einem Abschlag von fünf bis zehn Prozent gegenüber Large Caps – eine Umkehr des üblichen Bewertungsmusters.

Auch die Performance spricht für europäische Value-Aktien. Während in den USA die „Magnificent Seven“ dominieren und Value hinter Growth zurückbleibt, hat Value in Europa seit rund fünf Jahren kontinuierlich outperformt. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem Ende der Nullzinsphase: Historisch schneiden Value-Titel in Phasen normalisierter Zinsen besser ab als Wachstumswerte.

Welche 13 europäischen Value-Aktien vor diesem Hintergrund aus den Bereichen Infrastruktur, Healthcare, Konsum sowie Energie/Versorger von der Redaktion als besonders aussichtsreich angesehen werden, lesen Sie in der Titelstory der  aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE.

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BÖRSE ONLINE 04/26
Foto: Boersenmedien AG