Es ist bereits der vierte Anstieg in Folge: "Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 92,2 Punkte gerechnet. Die befragten Manager schätzten ihre Geschäftsaussichten und auch ihre Lage günstiger ein als zuletzt.

"Es ist viel Hoffnung in der deutschen Wirtschaft, dass der Aufschwung weitergeht", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aufschwung sei gleichwohl noch fragil: "Wir sind noch nicht auf dem Vorkrisenniveau angekommen. Die zweite Corona-Welle zeigt, dass wir noch nicht über dem Berg sind." Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe sieht trotz einer Verbesserung in der anhaltend schlechten Bewertung der aktuellen Geschäftslage ein konjunkturelles Warnsignal: "Sie hält die Sorge vor einer heftigen Insolvenzwelle hoch. Stand heute sieht es mehr nach Plumps statt Wumms aus."

So beurteilen noch viele Industriefirmen laut der Ifo-Umfrage unter rund 9000 deutschen Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt hat sich das Geschäftsklima allerdings erheblich verbessert. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel erneut optimistischer aus: "Die Auftragsbücher füllen sich wieder", erklärte das Ifo.

Die wirtschaftliche Erholung folgt auf einen beispiellosen Konjunktureinbruch im Frühjahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)schrumpfte im zweiten Quartal um 9,7 Prozent. Trotz der einsetzenden Erholung bremsen aber steigende Infektionszahlen, Reisewarnungen und die Sorge vor neuen Einschränkungen die Wirtschaft auf dem Weg aus der Corona-Rezession.

Helaba-Ökonom Ralf Umlauf verweist darauf, dass die Verunsicherung zwar wegen der zuletzt weiter verschärften Corona-Beschränkungen weiter hoch sei: Solange es aber keinen flächendeckenden Shutdown gibt, sollte Wachstum erwartet werden. Die Münchner Ifo-Experten rechnen damit, dass im Sommer-Quartal ein BIP-Wachstum von knapp sieben Prozent herausspringen wird.

rtr