Der von den Münchner Wirtschaftsforschern ermittelte Geschäftsklima-Index sank im Juli auf 108,0 Punkte von 109,7 Zählern im Juni. Der wichtigste Gradmesser für die Stimmung in der Wirtschaft fiel damit zum dritten Mal in Folge. "In dieser Deutlichkeit hat uns das überrascht", sagte der Ökonom.

Das Ifo-Institut steht nun nicht mehr vorbehaltlos zu seiner jüngst erhöhten Wachstumsprognose für Deutschland. Es hatte Ende Juni seinen Ausblick für das Gesamtjahr auf 2,0 Prozent von zuvor 1,9 Prozent erhöht. Die Zahl von 2,0 Prozent stehe weiterhin, sagte Wohlrabe, fügte aber hinzu: "In diesem Bereich werden wir landen oder vielleicht ein bisschen darunter."

Die Konflikte um die Ukraine und den Gazastreifen belasten nach Wohlrabes Worten auch zunehmend die Zuversicht deutscher Unternehmen - trotz eines positiven Umfelds im Inland. "Die innenpolitischen Rahmenbedingungen sind sehr gut, aber die geopolitischen Spannungen drücken auf die Stimmung."

Die Umfrage unter den Unternehmen wurde vom 4. bis 24. Juli erhoben und deckt damit auch die jüngsten Entwicklungen in beiden Konflikten ab. Einflüsse wie mutmaßliche Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs über dem Bürgerkriegsgebiet im Osten der Ukraine oder eine Eskalation der Wirtschaftssanktionen westlicher Staaten gegen Russland seien zwar nicht konkret messbar. Diese Faktoren trübten aber generell die Stimmung. "Die Exporterwartungen der Industrie sind auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen", sagte Wohlrabe. "Man erwartet zwar keinen Einbruch, aber auch keine großen Impulse mehr." Auch die Investitionsgüterindustrie habe einen Dämpfer erhalten.

Reuters