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Isra Vision-Aktie, Stemmer Imaging und Co.: Maschinenbauer für Risikobereite

Isra Vision-Aktie, Stemmer Imaging und Co.: Maschinenbauer für Risikobereite
04.06.2019 04:10:00

An der Börse werden die Spezialisten für industrielle Bildverarbeitung gerade abgestraft. Dabei gewinnen Unternehmen wie Isra Vision oder Stemmer Imaging Marktanteile. Risikobereite greifen zu. Von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Das Läuten der Glocke der Alten Börse in Frankfurt am Main hört ein Großteil des Vorstands von Stemmer Imaging bereits zum zweiten Mal. Der Börsengang ist erst knapp ein Jahr her. Schon damals stand die Führung des Spezialisten für industrielle Bildverarbeitung auf dem Parkett. Jetzt ist Stemmer in den Prime Standard gewechselt, und auch zu diesem Anlass läutet die Glocke.

Vorstandschef Arne Dehn, der Anfang März die Leitung des Unternehmens übernommen hat, will mit dem Läuten Investoren anlocken: "Wir wollen uns Wachstumschancen öffnen und die Internationalität vorantreiben." Nicht nur geschäftlich. Ein breiterer Anlegerkreis soll Zugang zum Unternehmen bekommen.

Auch Enis Ersü, Chef des Konkurrenten Isra Vision, hat zuletzt einiges getan, um Investoren zu überzeugen. Anfang des Jahres hat er die Dividende erhöht, zuvor war bloß eine Zahlung auf Vor­jahresniveau geplant. Zudem hat Ersü weitere Großaufträge angekündigt.

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Trotz allen Werbens haben sich die Aktienkurse von Stemmer und Isra Vision vom großen Einbruch im vergangenen Jahr nicht vollständig erholt. Beide Unternehmen zählen zur Branche der Maschinenbauer. Investieren Unternehmen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten weniger in ihre Ausrüstung, schlägt das bei den Fertigern der Anlagen meist negativ auf Auftragseingang und Umsatz durch. Besonders die Halbleiter- und Elektroniksparte, an welche die Bildverarbeiter andocken, darbt. Zudem haben beide große Autobauer im Kundenportfolio. Der Autoabsatz aber schwächelt. Diese Umstände lassen Investoren misstrauisch werden.

Als Ersü Anfang des Jahres einen nur im niedrigen zweistelligen Bereich wachsenden Umsatz in Ausblick stellte, ging die Aktie auf Talfahrt. Nicht dass ein Wachstum in dieser Größenordnung außergewöhnlich schlecht wäre, aber die Anspannung ist groß.

2017 war laut Industrieverband VDMA mit einem Wachstum von 18 Prozent ein Rekordjahr für die deutsche Bildver­arbeitungsindustrie. In den vier Jahren zuvor lag das Wachstum im Schnitt bei 13 Prozent. Vor allem die Elektronik- und die Automobilindustrie investierten. Im Jahr darauf hat sich das Wachstum verlangsamt, die noch unbestätigte Prognose geht von einer Stagnation aus.

Dieses Jahr soll der Markt aber wieder wachsen, um geschätzte zwei bis fünf Prozent. "Trotz aller Herausforderungen ist die Stimmung in der Branche gut. Der Wachstumstrend wird sich grundsätzlich fortsetzen. Die Bildverarbeitung ist in der Produktion fest etabliert und erobert sich ständig neue Anwendungsfelder, auch außerhalb des Fabrik­umfelds", sagt Klaus-Henning Noffz, Vorstandschef der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung.

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Bildquelle: Stemmer Imaging

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