Im Übernahmepoker um die Commerzbank wird es ernst: Unicredit hat am Dienstag (5. Mai 2026) ein offizielles Übernahmeangebot für das Farnkfurter Geldhaus vorgelegt. Was Aktionäre jetzt wissen müssen.
Der aktuelle Kurs der Unicredit-Aktie +++ Der aktuelle Kurs der Commerzbank-Aktie
Das ist das das Unicredit-Angebot wert (Stand 6.5.2026, 11:44 Uhr):
Kurs der Commerzbank-Aktie: 36,90 Euro
Kurs der Unicedit-Aktie: 70,88 Euro
Wert des Angebots : 0,485 x 70,88 Euro (Kurs Unicredit) = 34,38 Euro
Angebotslücke: -2,52 Euro / -6,8 Prozent
BÖRSE ONLINE-Empfehlung: Nicht annehmen
Was bietet Unicredit?
Unicredit hat am Dienstag, 5. Mai, ein offizielles Übernahmeangebot eingericht, das sich mit den bereits am 16. März kommunizierten Zahlen deckt. Danach bietet Unicredit 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente ist nicht geplant.
Zum Unicredit-Kurs von rund 67 Euro am Dienstagmittag das etwa 32,50 Euro je Commerzbank-Aktie. Damit bewertet das Angebot die Commerzbank mit rund 35 Milliarden Euro. Doch die Offerte läge weit unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank, deren Aktie am Dienstag bei gut 35 Euro notierte.
Seitdem sind jedoch beide Aktien stark gestiegen, wodurch sich automatisch auch der gebotene Preis für die Commerzbank-Aktien erhöht.
Wann läuft die Annahmefrist ab?
Die Annahmefrist für das Angebot endet am 16. Juni 2026 um 24 Uhr.
Was will Unicredit?
Unicredit-Chef Andrea Orcel plant die Übernahme der Commerzbank – vollständig oder auf jeden Fall mehrheitlich. Das Angebot, das Orcel dafür am Dienstag (5. Mai) vorgelegt hat, dürfte dafür aber nicht reichen. Im Interview mit "Börse Online" hat der Unicredit-Boss jedoch nicht ausgeschlossen, dass er die Offerte nachbessern würde - wenn es endlich zu Gesprächen mit dem Commerzbank-Vorstand käme. Diese würde er einer feindlichen Übernahme vorziehen . Da Orcel allerdings auch Einblick in die Bücher verlangt, um mögliche Synergien abschätzen zu können, lehnt die Commerzbank bisher jegliche Gespräche ab.
Wie viele Aktien der Commerzbank hat Unicredit schon?
Unicredit hat nach jüngsten Angaben insgesamt direkt (über Aktien) und indirekt (über Optionen) Zugriff auf 29,99 Prozent der Commerzbank-Anteile.
Wird Unicredit das Angebot aufstocken?
Davon ist auszugehen, denn zum bisher kommunizierten Preis würde kein Commerzbank-Aktionär die Offerte annehmen. Auffällig ist jedoch, dass Commerzbank-Aktie und Unicredit-Aktie sich seit Tagen mehr oder weniger parallel bewegen. Der Markt preist also schon ein höheres Gebot ein.
Was sagen die Analysten?
Das Bankhaus Metzler hat ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie Ende April - vor dem Angebot - auf 40 Euro angehoben, die Bank of America setzt sogar 42 Euro an. Beide begründen das mit einem höheren Gewinnpotenzial der Commerzbank. Am Freitag, den 8. Mai will Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zusammen mit den Quartalszahlen die neuen Finanzziele kommunizieren.
Wie ist der Zeitplan?
Bereits erfolgt:
16. März 2026: Unicredit legt per Pressemitteilung ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vor, reicht dieses aber noch nicht bei den Behörden ein.
4. Mai: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Unicredit in Mailand beschließen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung um bis zu 470 Millionen Aktien im Nominalwert von bis zu 6,7 Milliarden Euro, um die Übernahme der Commerzbank zu finanzieren.
5. Mai: Unicredit hat den Aktionären der Commerzbank ein offizielles Übernahmeangebot unterbreitet. Ziel dürfte sein, zusammen mit den bereits gesicherten Aktien auf einen Anteil von mindestens 51 Prozent zu kommen.
Erwartet:
8. Mai: Die Commerzbank legt Zahlen für das erste Quatral vor. Vorstandschefin Bettina Orlopp wird den Termin nutzen, um sich zu dem Unicredit-Angebot zu äußern. Analysten erwarten, das Orlopp neue Finanzziele vorstellen wird, um zu beweisen, dass die Commerzbank ohne Unicredit rentabler sein kann als nach einer Übernahme.
Noch offen: Die Bundesregierung, mit zehn Prozent zweitgrößter Commerzbank-Aktionär nach Unicredit, äußert sich zum Übernahmeangebot.
Noch offen: UniCredit stockt die Offerte auf - zum Beispiel durch eine Barkomponente.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.