Die italienische Großbank Unicredit hat am Dienstag ihr Übernahmeangebot frü die Commerzbank vorgelegt. Wie angekündigt bietet Unicredit ausschließlich Aktien – und weniger als der aktuelle Commerzbank-Kurs.
Unicredit hat am Dienstagmittag wie erwartet ein offizielles Angebot für die Commerzbank eingereicht. Wie bereits am 16. März 2026 angekündigt bieten die Italiener 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Aktie. Bei einem Unicredit-Kurs von 66,92 Euro (Stand 5.5.26, 11:00 Uhr) entspricht das 32,46 Euro je Commerzbank-Papier. Damit liegt die Offerte rund sieben Prozent unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie am Dienstag. Dieser betrug zuletzt 34,91 Euro (Stand 11:00 Uhr). Es ist daher nicht zu erwarten, dass die Aktionäre die Offerte annehmen, sofern Unicredit nicht in den kommenden Tagen nachbessert.
Unicredit veröffentlichte die Angebotsunterlagen am Dienstag auf einer speziellen Website. Darin rechtfertigt Unicredit den gebotenen Preis damit, dass „zur Ermittlung der gesetzlichen Mindestgegenleistung“ der Wert der angebotenen UniCredit-Aktien „anhand des volumengewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurses der UniCredit-Aktien während der letzten drei Monate“ vor der Veröffentlichung vom 16. März 2026 gelte. Auf dieser Grundlage betrage der Wert des Angebot einem Wert von 34,35 Euro je Commerzbank-Aktie und liege damit um etwa 0,32 Prozent oder 0,11 Euro über dem Kurs der Commerzbank-Aktie.
Commerzbank-Aktionären hilft das jedoch wenig, da für sie der Kurs zum Tauschzeitpunkt maßgeblich ist – und da liegt das Angebot der Italiener klar unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die Aktionäre diese Offerte annehmen.
Nachbesserung des Angebots wahrscheinlich
Warum Unicredit keinen, beziehungsweise auch nach ihrer Rechnung einen so geringen Aufschlag bietet, ist unklar, da die Italiener damit rechnen müssen, dass sie für diesen Preis nicht die Mehrheit an der Frankfurter Bank erhalten werden.
Beobachter halten daher eine Nachbesserung des Angebots für wahrscheinlich – spätestens, nachdem die Commerzbank am kommenden Freitag (8.5.2026) ihrerseits ihre Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht.
Starke Zahlen lassen Unicredit-Aktie steigen
Unicredit hatte am Dienstagmorgen starke Quartalszahlen gemeldet. Daraufhin war die Aktie der Italiener um mehr als sechs Prozent gestiegen. Damit erhöhte sich automatisch auch die Commerzbank-Offerte, das Unicredit ausschließlich in eigenen Aktien bezahlen will.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.