Gleich mehrere Ereignisse belasten die Produktion des begehrten Industriemetalls. Nach der vorherigen Korrektur der Preise könnte es nun zu einer Gegenreaktion nach oben kommen.
Wegen der seit Wochen andauernden Sperrung der Straße von Hormus haben sich die Energiepreise stark verteuert. Doch nicht nur fehlendes Öl und Gas sind problematisch. Rund die Hälfte des weltweiten Seehandels mit Schwefel geht durch die Meerenge von Hormus. Denn die Golfregion ist ein wichtiger Lieferant. Schwefel fällt bei der Raffinade von Erdöl an und wird als primärer Rohstoff für die Schwefelsäureproduktion weltweit vermarktet. Die Schwefelsäure ist essenziell etwa für Düngemittel, aber auch für die Kupferproduktion.
Vor allem in Zentralafrika wird Schwefelsäure für den Abbau von Kupfererzen benötigt. In den vergangenen Jahren hat sich Kongo zu einem großen Kupferproduzenten gemausert. Da das Kupfererz des Landes eine relativ hohe Konzentration aufweist, wird dort das sogenannte SX-EW-Verfahren verwendet, bei dem in einem Vorprozess Schwefelsäure gebraucht wird. Der Schwefel dafür muss importiert werden. Im letzten Jahr beliefen sich die Importe laut Berichten auf knapp 1,3 Millionen Tonnen.
Da die Mengen aus der Golfregion im Moment nicht auf den Weltmarkt und damit auch nicht zu den Minen in den Kongo kommen, könnte es in dem zweitwichtigsten Produktionsland der Welt in den kommenden Wochen zu Produktionsproblemen kommen. Was sich wiederum bei den Preisen niederschlagen würde.
Glencore senkt Prognose
Kupferkonzentrat ist bereits seit Jahresanfang knapp. Das zeigen die Gebühren für den Midstream. Die Abgaben für die Verarbeitung von Kupfererz zu fertigem Kupfer sind auf null gefallen. Das bedeutet, die Kupferschmelzen konkurrieren weltweit so stark um das wenige vorhandene Angebot, dass sie für ihre Arbeit gar nichts mehr verlangen.
Rückschläge meldet auch die Bergbaubranche. So senkte der Rohstoffkonzern Glencore vor Kurzem seine Jahresprognose für die Kupferproduktion deutlich. Als Grund werden operative Schwierigkeiten in Chile genannt. Und in den australischen Minen mindern Arbeitskämpfe die Produktionsziele. Sollten sich die Problemfelder nicht zügig auflösen, zum Beispiel mit der Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus, dürfte sich die Knappheit von Kupfererz- und -konzentrat in höheren Preisen an der Börse zeigen.
Fazit
Spekulative Anleger können sich über Hebelpapiere positionieren. Basispreis für die ausgewählten Knock-out-Calls ist der Kupfer-Future an der New Yorker Rohstoffbörse. Dabei gilt: Je höher der Hebel, desto höher sind die Gewinnchancen, sollten die Kupferfutures zulegen. Das gilt auch für das Verlustrisiko, wenn die Preise fallen. Das Investment ist riskant, unbedingt mit Stoppkursen investieren.
Dieser Artikel erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Weitere spannende Analysen finden Anleger hier.