Dieser schwedische Minenkonzern produziert Kupfer, Silber, Nickel, Zink und Gold ausschließlich in Europa. Eine spannende Alleinstellung.

Inhalt Boliden

Rohstoffe sind knapp und das wird so bleiben. Und sie kommen oft aus Regionen mit instabilem politischem Umfeld. Das ist etwa ein Problem für Europa. Hierzulande wird viel mehr verbraucht als gefördert. Das rückt den hierzulande wenig bekannten Rohstoffkonzern Boliden in ein besonderes Licht.

Knappe Rohstoffe sichern

Boliden ist eine Ortsbezeichnung in Schweden. Dass sie den Namen des Minenkonzerns bildet, liegt mehr als 100 Jahre zurück. 1924 gab es einen Goldfund in Boliden, fast 800 Kilometer nördlich von Stockholm. Dieser ist Ursprung des Konzerns. Die entsprechende Mine lieferte mehr als 40 Jahre Rohstoffe, bevor sie Mitte der 60er-Jahre geschlossen wurde. Die Gesellschaft selbst hat aber weiter prosperiert. Das Unternehmen erschloss neue Minen, kaufte bestehende hinzu und verlängerte die Wertschöpfungskette.

Heute hat der Konzern sieben Abbaustätten vor allem in Skandinavien aber auch eine in Irland, in denen Erze abgebaut werden. Schwerpunkte bilden dabei Kupfer, Zink, Blei, Nickel, Gold und Silber. Gleichzeitig verarbeitet Boliden die Rohstoffe in fünf eigenen Hütten, sodass am Ende der fertige Rohstoff verkauft wird. Die Produktpalette rundet das Recycling ab. Hier verarbeitet der Konzern etwa Elektroschrott zu neuen Rohstoffen.

Durch die breite Aufstellung und einer teilweise guten Versorgung mit grüner Energie kann Boliden Produktgruppen herstellen, die einen sehr geringen ökologischen Fußabdruck haben. Das hat den Vorteil, dass sie in der Weiterverarbeitung in Anwendungen gefragt sind, die eine gute Klimabilanz benötigen, etwa grüner Nickel in der Edelstahlerzeugung.

Die Knappheit und der Preisanstieg bei Rohstoffen, zuletzt etwa von Gold, Silber und Kupfer wirken sich natürlich auch auf die Zahlen aus. Der Konzern meldete für 2025 einen deutlichen Anstieg des Nettogewinns. Ein Teil davon wurde durch Zuschreibungen auf die Warenbestände verursacht. Wenn man die Preisentwicklung der ersten Monate des Jahres betrachtet, dürfte sich das fortsetzen.

Entsprechend hat sich die Aktie entwickelt. Die Relation von Firmenwert und Betriebsergebnis liegt bei 6,8, was im Branchenvergleich nicht teuer ist. Zum Joker kann dabei die Garpenberg-Mine werden. Im Moment ruht der Abbau der produktiven Abbaustelle wegen höherer seismischer Aktivitäten. Das ist in der Region aber normal. Der Konzern plant dort, die Produktion von 3,5 auf 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Dadurch entsteht ein hoher Hebel auf den Gewinn der kommenden Jahre.

Fazit

Die Aktie ist ein Langfristinvestment mit taktischem Charme. Sollte die Versorgung von Europa knapp werden, kann Boliden seine Vorteile ausspielen. Das große Risiko ist die Entwicklung der Rohstoffpreise. Fallen diese, wird sich die Aktie dem nicht entziehen können.

Dieser Artikel erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Magazin. Hier geht es zur digitalen Version.

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