Delivery Hero steigert 2025 Gewinn und Cashflow deutlich, der CEO gibt sich optimistisch für 2026 - und trotzdem stürzt die Aktie regelrecht ab. Warum Zweifel angebracht sind.

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat am Freitag auf den ersten Blick starke vorläufige Zahlen für 2025 präsentiert. Das bereinigte EBITDA übertraf die eigene Zielspanne, der freie Cashflow wurde positiv. Dennoch fällt die MDAX-Aktie bis zum Mittag um mehr als sieben Prozent – und das hat Gründe.

Delivery Hero: Profitabel – aber unter Erwartungen

Delivery Hero steigerte das bereinigte EBITDA 2025 auf über 900 Millionen Euro nach 693 Millionen Euro im Vorjahr. Damit wurde die avisierte Bandbreite von 900 bis 940 Millionen Euro erreicht. Analysten hatten im Schnitt jedoch rund 911 Millionen Euro erwartet - das Ergebnis liegt somit tatsächlich unter ihren Schätzungen.

Der Bruttowarenwert (GMV) legte von 48,8 auf 49,2 Milliarden Euro zu, blieb jedoch leicht unter den Markterwartungen von etwa 49,5 Milliarden Euro. Der um Gutscheine bereinigte Segmentumsatz stieg auf 14,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,8 Milliarden Euro). Positiv: Der freie Barmittelfluss lag bei über 200 Millionen Euro – ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Finanzierung.

Im vierten Quartal enttäuschte jedoch vor allem der GMV mit 12,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,8 Milliarden Euro). Hier hatten Analysten deutlich mehr erwartet.

Delivery Hero (WKN: A2E4K4)

Liefert der CEO nur Zweckoptimismus?

„Im Jahr 2025 hat Delivery Hero seine Resilienz trotz wettbewerbsbedingtem und makroökonomischem Gegenwind gezeigt. Wir brachten das Asiengeschäft zurück auf Wachstumskurs, konnten unser Wachstum in Saudi-Arabien trotz harter Konkurrenz behaupten und haben das Segment Integrated Verticals in die Gewinnzone geführt", sagte Niklas Östberg, CEO und Mitgründer von Delivery Hero.

Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Das Wachstum in Asien ist eher schwach, der Wettbewerb – insbesondere im Nahen Osten – intensiv. Zudem basiert ein Teil der Verbesserung auf Effizienzmaßnahmen und Kostendisziplin. Organisches Wachstum sieht anders aus.

Warum der Markt beim MDAX-Wert skeptisch bleibt

Die unmittelbare Reaktion an der Börse fällt deutlich aus: Eine Stunde nach Handelsbeginn notiert die Aktie schon rund fünf Prozent im Minus, später baute sie diese Verluste noch aus. Das zeigt, dass Investoren trotz der verbesserten Profitabilität nicht überzeugt sind:

Die nun vorgelegten Zahlen zeigen Fortschritte. Doch sie liefern nicht den Beweis für ein dauerhaft tragfähiges, dynamisches Geschäftsmodell. Hinzu kommt, dass ein Ausblick für 2026 noch aussteht. Den hat sich CEO Östberg heute verkniffen.

Fazit

Fundamental gibt es aktuell keine überzeugenden Gründe für Anleger, Delivery Hero-Aktien (ISIN: DE000A2E4K43) zu kaufen.

Häufige Fragen zu Delivery Hero:


Zahlt Delivery Hero Dividenden?

Nein, es gab bisher keine Dividendenzahlungen.

Empfehlen Analysten die MDAX-Aktie zum Kauf?
Ja, das Analystenrating lautet derzeit "Kaufen", aber: Anleger warten wahrscheinlich mit Vorteil die Neubeurteilungen in den nächsten Tagen ab.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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