Der größte italienische Energiekonzern hat seine Wachstumsziele für die kommenden Jahre drastisch nach oben geschraubt und eine massive Investitionswelle eingeleitet. Mit einem Budget von insgesamt 53 Milliarden Euro bis zum Jahr 2028 setzt das Unternehmen auf den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und moderner Netzinfrastruktur. Die Anleger reagierten euphorisch auf die Ankündigung einer deutlich steigenden Gewinnbeteiligung und eines milliardenschweren Aktienrückkaufs, was das Papier zum Wochenstart an die Spitze des EuroStoxx katapultierte.

Von den geplanten Rekord-Investitionen sollen allein rund 20 Milliarden Euro in die Erzeugung regenerativer Energien fließen. Das Ziel ist klar: Das Portfolio an Wind- und Solarparks soll weltweit ausgebaut werden, wofür bereits am vergangenen Wochenende mit dem Zukauf von Projekten in den USA (830 Megawatt) ein Grundstein gelegt wurde. Weitere Milliarden fließen in den Netzausbau und innovative Batteriespeicher, um die schwankende Einspeisung grünen Stroms besser zu managen. Im Vergleich zur vorherigen Planung für 2025 bis 2027 wurde das Gesamtbudget damit um 10 Milliarden Euro aufgestockt.

Dividenden-Wachstum und Aktienrückkäufe

Für die Aktionäre zahlte sich der Kapitalmarkttag unmittelbar aus. Das Unternehmen hob den Dividendenvorschlag für 2025 von 0,46 Euro auf 0,49 Euro je Aktie an. Bis 2028 soll die Ausschüttung im Durchschnitt um jährlich 6 Prozent wachsen. Flankiert wird diese Strategie durch ein frisches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Milliarde Euro. Analysten zeigten sich besonders von der Prognose für das Ergebnis je Aktie beeindruckt, das bis 2028 auf bis zu 0,82 Euro steigen soll – ein Wert, der die bisherigen Markterwartungen deutlich übertrifft.

Resilienz trotz staatlicher Markteingriffe

Trotz der jüngsten Interventionen der italienischen Regierung unter Giorgia Meloni zur Senkung der Strompreise zeigt sich der Konzern krisenfest. Analysten von JPMorgan betonten, dass das Unternehmen die erwarteten Belastungen von rund 400 Millionen Euro durch die staatlichen Subventionen und Entlastungspakete gut verkraften könne. Der Nettogewinn wird für das laufende Jahr auf 7,1 bis 7,3 Milliarden Euro geschätzt, während das operative Ergebnis (EBITDA) die Marke von 23 Milliarden Euro überschreiten soll.

Die Börse quittierte diese "Milliarden-Show" mit einem Kursplus von fünfeinhalb Prozent. Experten werten die Strategie als klares Signal dafür, dass die Transformation zum grünen Energieriesen bei gleichzeitiger hoher Aktionärsrendite gelingen kann.

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