Die angespannte Situation sorgt einerseits für Berg-und-Tal-Fahrten der Aktienkurse, beschert andererseits Gold neuen Glanz. Das Edelmetall hat seit Jahresanfang knapp ein Viertel an Wert zugelegt.

Die direkten Profiteure dieser Entwicklung sind die Bergbaukonzerne, die den begehrten Rohstoff kilometertief aus der Erde holen. Nach einer jahrelangen Talfahrt der Branche lässt das aktuelle Comeback der Minen sogar den Anstieg des Goldpreises verblassen. Bei vielen Branchenvertretern haben sich die Kurse verdoppelt, 170 Prozent beträgt das Plus etwa bei B2Gold.

Der Glanz nimmt zu



Die Kanadier legten bereits Rekordzahlen für das zweite Quartal vor: Die Goldproduktion stieg um elf Prozent. Damit sieht sich der Konzern auf dem besten Weg, sein Jahresziel von bis zu 555 0000 Unzen zu erreichen. Die Umsätze erreichten ebenfalls einen Spitzenwert von 164,8 Millionen Dollar, was einem Anstieg von satten 21 Prozent gleichkommt. Der Durchschnittspreis je Unze lag bei 1260 Dollar, die Gesamtkosten für die Produktion einer Unze sollen dagegen auf Jahressicht nur 895 bis 925 Dollar betragen. Ebenso positiv liest sich die Zwischenbilanz von Newmont Mining. Die Amerikaner übertrafen mit ihrem Zahlenwerk die Erwartungen der Analysten. Zudem senkten sie ihre Kostenprognose auf 870 bis 930 Dollar je Unze. Diese Beispiele zeigen, welche Margenverbesserung die Branche bei aktuellen Goldkursen erzielen kann. Auf Initiative des Anlagemagazins "Der Aktionär" hat der Indexanbieter Solactive hat das Goldminenduo und 13 weitere Minenbetreiber in dem Index Best of Gold Miners zusammengefasst. Darin enthalten ist auch Branchenprimus Barrick Gold. Dieser wird zusammen mit Kinross Gold, ebenfalls Mitglied des Index, am 27. Juli seine Bilanz vorlegen. Angesichts der bisherigen positiven Meldungen aus der Branche dürften auch diese Bilanzen überzeugen und die Kurse weiter anschieben.

Allerdings gilt zu beachten, dass der Sektor bereits gut gelaufen ist und überaus empfindlich auf mögliche Enttäuschungen oder Rückschläge beim Goldpreis reagieren kann. Für Goldoptimisten hat Morgan Stanley vier Mini-Futures auf den Index emittiert, je nach Risikoneigung mit Hebeln zwischen 2,2 und 6,9.