Die beiden deutschen Sportartikelkonzerne aus Herzogenaurach führen heute die Verliererlisten an den deutschen Börsen an. Auslöser ist ein kritisches Analystenvotum aus Kanada.

Die Aktien von Adidas sind am Freitag mit 142,55 Euro auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren abgesackt. Nach dem Rutsch unter die Chartunterstützung bei 150 Euro verloren die DAX-Papiere zeitweise 6,5 Prozent. Die im MDAX notierten Titel von Puma verloren sogar zweistellig: Um 17.30 Uhr notierte die Puma-Aktie 14 Prozent tiefer nur noch18,62 Euro. Damit ist die Übernahmefantasie, die den Titel seit Ende November um rund 50 Prozent in die Höhe getrieben hatte, erst einmal entwichen.

Auslöser für den Ausverkauf war ein Research-Report des Analysten Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC. Er stellte die Anleger von Adidas auf eine mögliche Enttäuschung ein, wenn der deutsche Sportartikelkonzern im März anlässlich der Jahresbilanz 2025 die Ziele für das neue Jahr ausgibt. Typischerweise gibt Adidas immer recht konservative Prognosen heraus, die der Konzern dann, parallel zur Geschäftslage, im Laufe des Jahres anhebt. So war es zuletzt wieder im Jahr 2025.

Adidas (WKN: A1EWWW)

Wird die Prognose zehn Prozent unter dem Konsens liegen?

An dieser Policy dürfte sich nichts ändern, schreibt Dadhania. Er rechnet für das operative Ergebnis mit einer Prognosespanne zwischen 2,4 und 2,6 Milliarden Euro. Das läge jedoch etwa zehn Prozent unter dem Mittelwert der aktuellen Konsensschätzungen.

Der RBC-Analyst scheint wenig Hoffnung zu haben, das sich die Aussichten bei Adidas diesmal wieder im Jahresverlauf bessern: Dadhania strich seine Kauf-Empfehlung für die Adidas-Aktien, obwohl er sie für günstig bewertet hält. Das Branchenumfeld sei ohnehin schwierig, geprägt von Überangebot und Änderungen im Konsumverhalten der Chinesen.

Damit ist Dadhania deutlich pessimister als sein Kollege Theirry Cota von der Bank of America, der erst kürzlich für Adidas ein Kursziel von 256 Euro ausgegeben hatte.


Verhandlungen um Puma womöglich geplatzt

Der darauffolgende Kurssturz bei Adidas riss auch Puma mit. Bis zum Mittag verlor die Aktie zwar weniger als der große deutsche Konkurrent. Doch dann machte ein Bericht die Runde, wonach die Gespräche der französischen Milliardärsfamilie Pinault mit dem chinesischen Konzern Anta Sports über einen Verkauf von Puma beendet worden seien.

Schon seit Ende vergangenen Jahres gilt Anta, dem bereits die Sportartikelmarke Fila und der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin gehören, als Interessent an Puma. Eine mögliche Übernahme steht und fällt aber mit der Bewertungserwartung der Pinault-Familie, die nach Puma-Angaben knapp 30 Prozent der Anteile am Sportartikelhersteller hält.

Wie reagieren Anleger?

BÖRSE ONLNE hatte die Adidas-Aktie – unter anderem aufgrund ihre starken Marktposition im WM- und Olympiajahr – in Heft 02/2026 mit einem Kursziel von 230 Euro erneut empfohlen. Der Stoppkurs beträgt 130 Euro. Die Redaktion hält an ihrer Einschätzung fest. Allerdings spricht das Chartbild im Moment eine andere, negative Sprache.

Ob die pessimistische Sicht bestätigt wird, wird sich im März zeigen, wenn Adidas Zahlen vorlegt. Puma wird seine Bilanz bereits Ende Februar, also noch vor Adidas, präsentieren.


Puma (WKN: 696960)

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Adidas.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Puma.

Enthält Material von dpa-AFX