Wenn Mitglieder aus dem Management bei Aktien des eigenen Unternehmens zugreifen, sollten Anleger genauer hinsehen. Vor allem wenn es zuvor kräftige Kursbewegungen gab - wie bei Morphosys. Rückblick: Nachdem der US-Biotechkonzern Celgene die Entwicklungspartnerschaft für den Krebs-Wirkstoff MOR202 kündigte, sackte die Aktie des TecDAX-Unternehmens kräftig ab. Die spannende Frage lautet natürlich, warum sich die Amerikaner zurückzogen. Bisher gab es noch keine bedeutenden klinischen Studiendaten zum Hoffnungsträger, ob dennoch erste negative Ergebnisse vorliegen, bleibt pure Spekulation. Möglicherweise schielte Celgene auf die Konkurrenz. So haben Genmab und Johnson & Johnson mit Daratumumab ebenfalls einen Antikörper in der Pipeline, der sich in der weiter fortgeschrittenen dritten Phase der klinischen Entwicklung befindet.

Morphosys will MOR202 nun in Eigenregie fortsetzen und versuchen, einen neuen Partner für das Projekt zu finden. Für die Entwicklungskosten im Jahr 2015 erhalten die Bayern eine nicht näher bezifferte Einmalzahlung. Der Umsatz soll im laufenden Jahr nun 101 bis 106 Mio. Euro erreichen, bisher lag die Guidance bei 58 bis 63 Mio. Euro. Statt eines Fehlbetrags von 20 bis 30 Mio. Euro wird sogar ein Betriebsgewinn von neun bis 16 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Analysten reagierten mit Kurszielsenkungen auf die Meldung, grundsätzlich bleibt die Meinung zur Aktie aber positiv. Die Deutsche Bank sieht den fairen Wert bei 78 Euro, zuvor wurden 88 Euro aufgerufen. Merrill Lynch senkte das Ziel auf 68 Euro, die Commerzbank auf 53 Euro. Mindestens ebenso wichtig sind aber auch Insidertransaktionen. Das Management sieht den niedrigen Kurs offenbar als Kaufgelegenheit. Gerald Möller orderte am 27. März 2000 Aktien zu einem Kurs von 56,70 Euro, Karin Eastham 1000 Papiere zu 56,87 Euro. Unter dem Strich kauften beide somit für 170.270 Euro, nachdem im vergangenen Jahr bei Morphosys Verkäufe dominierten.

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Aktie auf Schnäppchenniveau



Trotz des Rückschlags verfügt Morphosys über eine der umfassendsten Medikamenten-Pipelines in der Branche. Das Produktportfolio ist somit gut gefüllt und könnte bald mit weiteren positiven Meldungen glänzen, nachdem zuletzt eine Meilensteinzahlung beim Antikörper Guselkumab durch den Partner Janssen Biotech ausgelöst wurde. Wie immer bei Biotechwerten ist aber auch das Risiko als deutlich erhöht einzustufen. Mit Blick auf den Chart bleibt der Schaden noch in Grenzen, denn die Aktie stabilisierte sich über der mittelfristig wichtigen Unterstützung um 50 bis 52,50 Euro. Auf der Oberseite zeigt der Kursverlauf zwischen 61,70 Euro bis 63 Euro einen leichten Widerstand, darüber käme allmählich die Region vor dem Rücksetzer bei 70 Euro wieder ins Spiel. Positiv stimmt auch die recht weitere Differenz zur 200-Tage-Linie von 15 Prozent. Vergleichbare Niveaus erwiesen sich in der Vergangenheit oft als gute Einstiegsgelegenheit.

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Das passende Produkt mit viel Power

Aufgrund der hohen Volatilität und den verstärkten Risiken sollten spekulative Anleger bei Knock outs nur mit kleinen Hebel agieren. Für Morphosys bietet sich die WKN CZ8D64 https://zertifikate.boerse-online.de/knockouts/Auf-Morphosys-AG/CZ8D64 an. Der Basispreis des endlos laufenden Scheins von 31,98 Euro führt zu einem Hebel von 2,2. Die Papiere werden mit einem attraktiven Spread von 0,3 Prozent gestellt.

Basiswert Morphosys

Kurs Basiswert 61,94 EUR

Produkt Knock out Bull

WKN CZ8D64

Emittent Commerzbank

Fälligkeit Endlos

Hebel 2,2

Basispreis 31,98 EUR

Knock Out 35,57 EUR

Kurs Zertifikat 3,02 EUR

Spread 0,34 Prozent

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar".

www.index-radar.de