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Mutmaßlicher Anschlag vor Londoner Parlament

Mutmaßlicher Anschlag vor Londoner Parlament

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14.08.2018 18:32:00

London ist erneut Schauplatz eines mutmaßlichen Anschlags geworden: Ein Mann fuhr am frühen Dienstagmorgen vor dem britischen Parlament in Fußgänger und Fahrradfahrer, bevor er das Auto in eine Absperrung vor dem Gebäude rammte. Drei Personen wurden verletzt, zwei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Es bestand aber keine Lebensgefahr. Der Mann, der zwischen 20 und 30 Jahre alt sein soll, wurde von bewaffneten Sicherheitskräften festgenommen.

Man gehe von einem "terroristischen Vorfall" aus, sagte der stellvertretende Londoner Polizeichef Neil Basu. Die für Terrorabwehr zuständige Abteilung der Polizei übernahm den Fall. Die U-Bahn-Station Westminster in unmittelbarer Nähe des Parlaments wurde geschlossen.



In sozialen Medien war zu sehen, wie ein Mann in Handschellen abgeführt wurde. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte sicherten das Parlament, das Gelände wurde abgesperrt. Niemand wurde in das Gebäude vorgelassen. "Jemand fuhr schnell auf das Parlament zu", sagte ein Augenzeuge dem Sender Sky News. Es habe nicht wie ein Verkehrsunfall ausgesehen. "Das ist meiner Ansicht nach etwas Geplantes und sehr Ernstes."


Laut Polizei verweigert der Festgenommene jede Kooperation mit den Ermittlern. Allerdings scheine er den Sicherheitsdiensten nicht bekannt zu sein, sagte Basu. Laut einem BBC-Bericht stammt der Mann aus der Gegend von Birmingham und sei aber der Polizei bekannt.

Keine anderen Tatverdächtige hätten am Tatort identifiziert werden können oder seien der Polizei gemeldet worden, sagte Basu. Insofern gebe es auch keinen Anlass von einer weiteren Gefahr für die Londoner oder den Rest des Königsreichs auszugehen. Laut Polizei wurde der silberne Ford Fiesta in der morgendlichen Rushhour in die Gruppe von Fußgängern und Radfahrern gesteuert, bevor er an der Barriere zum Stehen kam. Waffen seien bei dem Mann nicht gefunden worden.

Premierministerin Theresa May sagte, ihre Gedanken seien bei den Verletzten. US-Präsident Donald Trump forderte nach dem mutmaßlichen Anschlag "Härte und Stärke" gegenüber Terroristen. "Diese Tiere sind verrückt und müssen mit Härte und Stärke behandelt werden", twitterte er.

Das Vorfeld des britischen Parlaments war bereits früher Schauplatz islamistisch motivierter Anschläge. Im März 2017 tötete ein 52 Jahre alter Attentäter vier Menschen vor dem Parlament, bevor er einen unbewaffneten Polizisten im Bereich des Abgeordnetenhauses erstach. Er wurde danach von Sicherheitskräften erschossen. Es war der erste von fünf Anschlägen in Großbritannien im vergangenen Jahr, die nach Polizeiangaben terroristisch motiviert waren. In drei Fällen wurden Fahrzeuge als Waffen eingesetzt.

Für Großbritannien gilt die zweithöchste Sicherheitsstufe, bei der ein Anschlag als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Erst vergangene Woche gestand ein muslimischer Konvertit, geplant zu haben, mit einem Lastwagen in die Oxford Street - Londons bekanntester Einkaufsstraße - zu rasen.

rtr


Bildquelle: Toby Melville/Reuters

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