In der Vorwoche gab das US-Energieministerium (DOE) bekannt, dass es bis 2030 eine Senkung der Kosten für die Produktion von grünem Wasserstoff um 80 Prozent auf einen Dollar pro Kilogramm anstrebt. Darauf verweist die Berenberg Bank am Anfang einer aktuellen Studie zu Aktien rund um das Thema Saubere Energien.

Wie die deutsche Privatbank in dieser Publikation anschließend weiter ausführt, steht hinter diesem Ziel ein integriertes F&E-Programm, das bei den Präsentationen des Annual Merit Review skizziert worden sei. Das wiederum hat Folgen für die Bereiche Wasserstoffproduktion, Automobilsektor und Großtransport.

Ansonsten verweisen die Analysten in dem Report allgemein darauf, dass sich die Nettomittelzuflüsse in den Bereich Saubere Energien in den vergangenen vier Wochen auf insgesamt rund 325 Millionen Dollar beliefen. Das sei verglichen mit den Zuflüssen von 14,2 Milliarden Dollar in den vergangenen zwölf Monaten nur ein Anteil von 2,3 Prozent.

Die beiden größten ETFs - die in den USA und in London notierten Versionen des iShares Global Clean Energy ETF - dominieren weiterhin mit 67 Prozent der Zuflüsse im Jahresverlauf und 100 Prozent in den vergangenen vier Wochen, während der Invesco WilderHill Clean Energy ETF, der ALPS Clean Energy ETF und der First Trust Global Wind ETF zuletzt Wochen Nettoabflüsse verzeichneten.

Nach einem Höchststand von rund 24 Milliarden Dollar im Februar ist die gesamte Marktkapitalisierung der Fonds seit Anfang März relativ konstant bei 18 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 540 Prozent in zwölf Monaten entspricht.

Trotz dieser nach wie vor erstklassigen Performance lassen die skizzierten jüngsten Mittelflüsse den Schluss zu, dass der ganz große Hype rund um das Segment "Saubere / Erneuerbare Energien etwas nachgelassen hat. Dazu passt auch, dass die Performance der betroffenen Aktien in diesem Jahr deutlich schlechter ist als noch im Vorjahr.

Trotz hat dieser Bereich natürlich auf Sicht der kommenden Jahre weiterhin gute geschäftliche Aussichten. Zu diesem Urteil gelangen auch die Analysten bei der Berenberg Bank und vor diesem Hintergrund raten sie in der besagten Studie bei sechs Branchen-Vertretern zum Kauf. Wir stellen diese Titel nachfolgend etwas näher vor, die laut Kurszielen die Chance auf Anstieg von bis zu 69 Prozent versprechen.

Ilika-Aktie



Zu den sechs Kauf-Tipps der Berenberg Bank zählen die Aktien von Ilika Plc. Das Kursziel beträgt hier 2,75 britische Pfund. Gemessen n dem Schlusskurs vom Mittwoch von 1,80 Pfund ergibt sich daraus ein Potenzial von fast 53 Prozent.

Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als ein Pionier auf dem Gebiet der Festkörperbatterie-Technologie, die Lösungen für Anwendungen wie Industrial IoT, Medizintechnik, Elektrofahrzeuge und Consumer Electronics ermöglicht. Festkörperzellen können im mm-Maßstab miniaturisiert werden, um die nächste Generation aktiver implantierter medizinischer Geräte oder industrieller IoT-Sensoren zu versorgen oder auf Wh-Ebene für Elektrofahrzeuge und Unterhaltungselektronik entwickelt werden. Für den ersten Fall hat Ilika die hauseigene Stereax-Reihe zu bieten und für den zweiten Fall das os genannte Goliath-Programm.

Die Berenberg Bank stuft Ilika als einen führender Entwickler von Solid-State Batterien ein. Das Unternehmen sei dabei, die kommerzielle Produktion seiner Stereax-Zellen hochzufahren und verfüge über starke Partnerschaften, die es ihm ermöglichten, auch die Goliath-Zellen (für den Elektrofahrzeuge-Markt) in Großserienproduktion in naher Zukunft auf den Markt zu bringen.

Insbesondere der Markt für Elektrofahrzeuge könnte laut den zuständigen Analysten für Ilika eine Umwälzung bedeuten, und man verweist dazu auf Partnerschaften mit Honda, McLaren, Jaguar Land Rover, dem UK Battery Industrialisation Centre und Comau als ermutigende Anzeichen dafür, dass das Goliath-Format reift.

Die Anlagethese umfasst die Annahme, dass die State-Technologie einen Schrittwechsel in der Batterieleistung bewirken kann. Sie werde Verbesserungen bei Geräten für medizinische und industrielle Anwendungen ermöglichen und könne die Leistung von Elektrofahrzeugen (EVs) erheblich steigern.

Die Berenberg Bank erwartet, dass Ilika zu einem Lizenzmodell übergeht, wenn das Unternehmen expandiert. Dies werde die Produktionslast auf größere Unternehmen mit mehr Expertise in diesem Bereich verlagern, was Ilika eine margenstarke Einnahmequelle verschaffe und es der Gesellschaft ermögliche, sich auf das Kerngeschäft Forschung und Produktentwicklung zu konzentrieren.

Zu beachten ist allerdings, dass man vorerst (die Schätzungen reichen bis 2024) nicht damit rechnet, dass Ilika Gewinne erwirtschaftet. So gesehen räumen auch die Analysten ein, dass man als Anleger einen langen Atem benötigt. Wobei man aber davon ausgeht, dass Ilika im Geschäftsjahr 2025 die Profitabilität erreichen kann. Die denkbare Kurszielspanne unter diversen denkbaren Szenarien reiche von 0,31 Pfund bis 15,28 Pence, woraus sich ein überzeugendes Chancen/Risiko-Verhältnis ergebe.



McPhy Energy-Aktie



Bei den Anteilsscheinen von McPhy Energy beträgt das Kursziel der Berenberg Bank 35,00 Euro. Das heißt, man traut diesem im Vorjahr extrem gut gelaufenen Wert bei einem Schlusskurs am Mittwoch von 23,22 Euro einen Anstieg von fast 51 Prozent zu.

Am Mittwoch erlitt der Kurs allerdings einen heftigen Rückschlag, was als Reaktion auf die am Tag zuvor veröffentlichen neuen Geschäftszahlen zu sehen ist. Denn das auf kohlenstofffreie Wasserstoffproduktions- und Verteilungsanlagen (Elektrolyseure und Stromtankstellen) spezialisierte französische Unternehmen teilte mit, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2021 voraussichtlich nur 5,0 Millionen Euro beträgt, verglichen mit 5,4 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Zur Begründung hieß es, man beobachte trotz eines weiterhin sehr lebhaften Marktes Verzögerungen bei der Ausführung der Projekte sowie bei der Annahme von Festaufträgen, die aufgrund des globalen Gesundheitskontextes, der damit verbundenen Einschränkungen und der abwartenden Haltung bestimmter Wirtschaftsakteure, die von öffentlichen Finanzierungsmechanismen abhängig seien, nur langsam zustande kämen. Infolgedessen könnte das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2021 begrenzt sein.

Trotz dieses Ausblicks für 2021 beabsichtigt der Konzern, die Entwicklung seines Geschäftsmodells, das auf der kontinuierlichen Verbesserung seiner grünen Wasserstofftechnologie basiert, fortzusetzen, was nur über lange Zyklen betrachtet werden kann. Der Konzern bekräftigt in einer Mitteilung sein Vertrauen in die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten seiner Märkte und konzentriert sich auf die Industrialisierung seiner Produktionskapazitäten und die Beschleunigung seiner technologischen Entwicklungen im Bereich kohlenstofffreier Wasserstoff.

Die Berenberg Bank wittert allgemein großes Potenzial für die Wasserstoffindustrie und man sprach bisher stets davon, dass sich vor diesem Hintergrund Kursschwächen als attraktive Einstiegspunkte anbieten. Mcphy punkte mit einem starken Technologieangebot, einer soliden Bilanz, strategischen Partnerschaften und der Beteiligung an potenziell transformativen Projekten.

Die starke Bilanz stelle jedenfalls sicher, dass die geplante Kapazitätserweiterung vollständig finanziert ist. Die erwähnten starken Partnerschaften des Unternehmens böten Zugang zu gemeinsamen Entwicklungs-/Kommerzialisierungsmöglichkeiten, starken Projektpartnern und globalen Märkten.

Die Projektpipeline, insbesondere das HyDeal Ambition-Konsortium, biete angesichts des Umfangs des geplanten Ausbaus ein enormes Umsatzpotenzial - 67 GW bis 2030 könnten ein Umsatzpotenzial von über 20 Milliarden Euro bieten, heißt es. Wie bei Ilika rechnet man aber auch hier auf absehbarer Zeit noch nicht mit schwarzen Zahlen.



Solaria-Aktie



Bei den Aktien von Solaria Energia y Medio Ambiente hat die Berenberg Bank das Kursziel auf 26,00 Euro festgezurrt. Gemessen an der Schlussnotiz vom Mittwoch von 16,365 Euro hat dieser Titel damit theoretisch die Chance auf einen Anstieg von fast 59 Prozent.

Hinter diesem Namen steckt ein in Spanien ansässiges Unternehmen, das im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich als das führende PV-Entwicklungs- und Stromerzeugungsunternehmen in Südeuropa. Den Planungen zufolge strebt man bis Ende 2025 eine installierte Leistung von 6,2 GW an. Die Vorgaben bis 2030 sehen übrigens sogar 18 GW vor, was die Berenberg Bank als ehrgeizig bezeichnet. Geht diese Rechnung, würde sich daraus weiteres Aufwärtspotenzial ergeben, aber man ist aber zunächst der Meinung, dass es erst einmal darum geht, bis zum Jahresende 2021 eine Kapazität von 2,15 GW zu erreichen.

Zu den geschäftlichen Aktivitäten muss man noch wissen, dass diese die Planung und Installation von Solar-, Wärme-, Photovoltaik- und Windenergieanlagen umfassen. Die Geschäftstätigkeit ist in drei Bereiche gegliedert: Die Abteilung Photovoltaik und thermische Paneele beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf der Sonnenkollektoren beschäftigt. Die Abteilung "Schlüsselfertige Projekte" umfasst die Bearbeitung von Lizenzen und Genehmigungen, die Planung und den Entwurf von Photovoltaikanlagen, die Überwachung und Koordination des Baus von Anlagen, den Entwurf und die technische Leitung von Projekten sowie den Aufbau und die Wartung der Anlagen. In der Abteilung Erzeugung entwickelt, verwaltet und betreibt man die eigenen Photovoltaikanlagen.

Zum konstruktiven Anlagevotum heißt es ganz allgemein, die Stromgestehungskosten von Solaranlagen sänken weiter, da die Komponenten von Solaranlagen billiger würden und der technologische Fortschritt die Effizienz der Module erhöhe. Es bestehe eine starke Nachfrage nach Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien, und Fremdfinanzierungen seien zu äußerst attraktiven Zinssätzen verfügbar.

Solaria verfüge über eine Pipeline von Projekten, darunter vier Vorzeigeprojekte, mit denen das Unternehmen seine Ziele erreichen könne. Der entscheidende Engpass werde sein, genügend Strombezugsverträge für die geplante Kapazität zu unterzeichnen, damit das Unternehmen Zugang zu Finanzmitteln erhält und die Projekte zum Bau bringen kann.

Den Gewinn je Aktie sahen die zuständigen Analysten zuletzt in 2021 von 0,24 Euro auf 0,34 Euro steigen. Den bisherigen Prognosen zufolge soll dieser Wert in den beiden kommenden Jahren auf ,41 Euro bzw. auf 0,57 Euro steigen. Aus letztgenannter Basis ergibt sich daraus ein geschätztes KGV von 28,7. Von Dividendenzahlungen geht man bis auf weiteres nicht aus.



Nel ASA-Aktie



Bei den Aktien von Nel ASA hat Warburg Research ein Kursziel von 30,00 norwegischen Kronen ausgegeben. Vergleicht man das mit der Schlussnotiz vom Mittwoch von 17,7925 Euro, errechnet sich daraus theoretisch ein Aufwärtspotenzial von 68,6 Prozent.

Nel sieht sich selbst als ein global agierendes Wasserstoffunternehmen, das Lösungen zur Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien anbietet. Man bedient Industrie, Energie- und Gasunternehmen mit führender Wasserstofftechnologie.

Die eigenen Wurzeln reichen bis ins Jahr 1927 zurück. Seitdem arbeiten die Norweger an der Entwicklung und kontinuierlichen Verbesserung von Wasserstofftechnologien. Heute deckt die Gesellschaft mit ihren Wasserstofflösungen die gesamte Wertschöpfungskette von der Wasserstoffproduktionstechnologie bis hin zu Wasserstofftankstellen ab. Diese ermöglichen der Industrie den Übergang zu grünem Wasserstoff und bieten allen Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen die gleiche schnelle Betankung und große Reichweite wie fossil betriebene Fahrzeuge - ohne die Emissionen.

Sollten die eingangs erwähnten Vorgaben des US-Energieministeriums erreicht werden und die Kosten für Protonenaustauschmembranen im Jahr 2025 100 Dollar/kW erreichen, würde dies Systemkosten von rund 300 Dollar/kW bedeuten - ein Niveau, von dem die Berenberg Bank derzeit annimmt, dass es im Jahr 2030 erreicht wird.

Natürlich müsste dann die Protonenaustauschmembranen-Absatzprognose für Nel deutlich steigen, um diese Kostenreduzierung auszugleichen; angesichts der aktuellen Fertigungskapazitäten mache der Bereich jedoch nur rund drei Prozent der Umsatzprognose für das Jahr 2025 aus.

Laut Berenberg Bank meldete Nel Erstquartalsergebnisse, die in Bezug auf den Umsatz unter den Konsenserwartungen lagen. Allerdings baue sich der Auftragsbestand weiter auf und das Unternehmen mache gute Fortschritte beim Ausbau seiner Fertigungskapazitäten. Nach Ansicht der Analysten ist Nel nach wie vor gut positioniert, um im Zuge der Expansion der Wasserstoffwirtschaft erhebliche Marktanteile zu erobern, und Kursschwächen böten eine attraktive Kaufgelegenheit. Die vorliegenden Schätzungen bis 2023 sehen allerdings noch keine Gewinnerzielung vor.

Zum Kaufvotum heißt es allgemein, Nel sei Marktführer in der Elektrolyse und biete als einziges reines Elektrolyseunternehmen sowohl die PEM- als auch die alkalische Technologie an. Man erwartet, dass dies und die offensichtlichen Effizienzvorteile gegenüber den Wettbewerbern Vorteile bieten, wenn der Markt wächst.

Nel sei auch führend im Betankungsgeschäft, einem Schlüsselmarkt, um das Wachstum der Brennstoffzellenfahrzeugflotte zu ermöglichen. Die Sicherheitsbedenken seien ausgeräumt, und die starken Partnerschaften und das Technologieangebot sollten es dem Unternehmen ermöglichen, seinen Marktanteil zu halten.

Die Partnerschaften von Nel seien von entscheidender Bedeutung, und man hebt die Breite und Qualität der Partner in mehreren Hauptsektoren hervor. Auf dem Kapitalmarkttag sei eine Pipeline von über 10 GW Elektrolyseur-Kapazität hervorgehoben worden, was die Zuversicht stärke, dass die Auftragsdynamik anhalten werde.



Aker Carbon Capture-Aktie



Im Falle der Aktien von Aker Carbon Capture ist eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank mit einem Kursziel von 23,00 norwegischen Kronen versehen. Auf der Schlusskursbasis vom Mittwoch ergibt sich bei einer da gültigen Notiz von 18,12 Kronen die Chance auf einen Anstieg von rund 27,0 Prozent. Die Analyten sehen in diesem Wert einen Top-Pick.

Hinter diesem Favoriten steckt ein führender Pure-Play-Technologieanbieter. Die Norweger sehen sich selbst als eine der wenigen Gruppen weltweit, die über umfassende Kenntnisse der gesamten CCUS-Wertschöpfungskette verfügt. Dazu muss man wissen, dass CCUS - Carbon Capture, Utilisation and Storage (Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung) eine wichtige Technologie zur Emissionsreduktion ist, die im gesamten Energiesystem eingesetzt werden kann. Mit Hilfe der hauseigenen Technologie und Expertise strebt Aker Carbon Capture an, die Umweltkosten der Industrie für eine nachhaltigere Zukunft zu mindern.

Aus der Sicht der Berenberg Bank sollten das zunehmende Interesse und die Investitionen in die Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung zu sinkenden Kosten entlang der Wertschöpfungskette beitragen. In diesem Zusammenhang verweist man auf europaweit acht Speicherprojekte im industriellen Maßstab im fortgeschrittenen Planungsstadium.

Ein erwarteter 50-prozentiger Kostenrückgang bis 2025 in Kombination mit schnell steigenden Kohlenstoffpreisen (man erwartet 110 Euro je Tonne bis zum Jahresende) sollte zu einem enormen Wachstum der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung beitragen. Aker Carbon Capture verfüge über ein führendes Technologieangebot und sei das einzige börsennotierte reinrassige Unternehmen, das in diesem schnell wachsenden Markt engagiert sei. Man sieht daher das aktuelle Kursniveau als attraktive Gelegenheit und bekräftigt das Kaufen-Rating.

Die Analysten beurteilen die langfristige Marktdynamik als vorteilhaft und dank dem Technologieangebot von Aker Carbon Capture winke dem Unternehmen eine starke Position im Markt. Die Gesellschaft entwickele weiterhin Partnerschaften und eine Pipeline potenzieller Großprojekte, die mittelfristig das Umsatzwachstum vorantreiben könnten.

Mit Gewinnen rechnet die Berenberg Bank ab 2024 und zwar in Höhe von 0,26 Kronen je Aktie. Auf dieser Basis errechnet sich ein geschätztes KGV von fast 70. Mit dem Umsatz soll es den Prognosen zufolge von 2020 bis 2024 von 16 Millionen Kronen auf 3,061 Milliarden Kronen nach oben gehen.



Vestas Wind Systems-Aktie



Bei den Aktien von Vestas Wind Systems, die man als Top-Pick bezeichnet, hält die Berenberg Bank Kurse von 285,00 dänischen Kronen für angemessen. Das bedeutet angesichts einer Schlussnotiz von 235,85 Kronen am Mittwoch bei diesem Wert, dass die Kaufempfehlung einen Anstieg von fast 21 Prozent verspricht.

Zum Kerngeschäft des dänischen Windkraft-Unternehmens gehören die Entwicklung, die Produktion, der Vertrieb und die Instandhaltung von Technologien, die Windenergie in elektrischen Strom umwandeln. Weitere Kernkompetenzen liegen in der Planung und der Installation sowie dem Betrieb und der Wartung von Windkraftanlagen. Außerdem steht Vestas seinen Kunden bei der Entwicklung und Finanzierung sowie bei Eigentumsfragen von Windenergieprojekten beratend zur Seite.

Im dänischen Aarhus befindet sich das von Vestas gegründete weltweit größte Forschungs- und Entwicklungszentrum für Windenergie. Das Unternehmen entwirft und produziert auch verstärkt Turbinen für Schwachwindgebiete, wie etwa Bayern oder Baden-Württemberg. Windanlagen von Vestas befinden sich in 70 Ländern auf sechs Kontinenten.

Die in diesem Jahr bisher relativ schwache Kursentwicklung stuft die Berenberg Bank als attraktiven Einstiegspunkt in einen Marktführer ein, der über einen hohen Marktanteil und starke Renditen verfügt. Man erwartet, dass Vestas von einer Margenerholung im Bereich der Onshore-Turbinen profitieren wird, die durch eine verbesserte Effizienz und stabilisierte ASPs unterstützt wird.

Darüber hinaus verschaffe das neue 15-MW-Offshore-Produkt Vestas einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern, da man sich auf eine Periode umfangreicher Auftragsvergaben in diesem Bereich zubewege. Das könnte in den nächsten zwei Jahren zu einem erheblich steigenden Auftragsbestand beitragen, was das Vertrauen in den langfristigen Ausblick verbessere.

Vestas hat laut Berenberg Bank einen hohen Marktanteil bei Onshore-Windturbinen (rund 35 Prozent weltweit ohne China), eine Branche, in der die Verlängerung der US-PTC-Gutschrift, der EU Green Deal und das weltweit gestiegene Interesse an erneuerbaren Energien für solides Wachstum sorgen. Das Unternehmen verfüge über die größte zu wartende Flotte in der Branche, und das Servicegeschäft liefere attraktive Margen, während der Auftragsbestand stetig wachse.

Die Gesellschaft setze verstärkt auf den Abschluss langfristiger Verträge, und die durchschnittliche Laufzeit der im Jahr 2020 unterzeichneten Verträge betrage 19 Jahre. Dies und das wachsende Servicegeschäft mit Drittanbietern sollte in den kommenden Quartalen zu einem weiteren starken Wachstum des Auftragsbestands im Servicebereich führen.

Beim angepassten Gewinn je Aktie kalkulieren die Analysten für das laufende Jahr mit im Jahresvergleich unveränderten 0,83 Euro. Für das kommende und übernächste Geschäftsjahr sehen die Vorhersagen dann 1,10 Euro bzw. 1,21 Euro je Anteilsschein vor. Auf letztgenannter Basis errechnet sich ein geschätztes KGV von 26,3.

Hinweis: Bei den Anlageurteilen zu den besprochenen Aktien handelt es sich um Empfehlungen des zitierten Research-Instituts. Die Meinung der dortigen Analysten kann, aber muss sich nicht mit den jeweiligen Einschätzungen der BÖRSE ONLINE-Redaktion decken.