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Nicht nur was für Schokolade-Fans: Von Kakao-Aktien profitieren

Nicht nur was für Schokolade-Fans: Von Kakao-Aktien profitieren

WKN: A0Q4DC ISIN: CH0038863350 Nestlé SA (Nestle)

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19.01.2021 - 10:40
22.04.2017 02:25:00

Schokolade und Kakao sind nicht nur ein beliebtes Genussmittel bei Jung und Alt, sie bieten auch interessante Investmentmöglichkeiten - gerade nach dem extremen Preissturz der vergangenen Wochen. Was Anleger wissen müssen. Von Oliver Ristau



An Schokolade lässt einen die braunrote Frucht nicht denken, die Hauke Will in seiner Hand wiegt. Ihre Form gleicht eher einem amerikanischen Football. Doch so einer wächst nicht auf Bäumen, schon gar nicht auf einer Plantage für Ritter Sport. "Das ist eine Kakaofrucht, und sie enthält so viele Bohnen, dass wir aus ihr eine Tafel Schokolade herstellen können", sagt Will. Er ist Produktionschef auf der ersten Kakaoplantage des schwäbischen Schokoladenunternehmens Alfred Ritter und steht zwischen mannshohen Bäumen, die voller grüner Blätter sind. Die Luft ist drückend schwül, Insekten schwirren überall, die Sonne brennt.



Vor vier Jahren hat Ritter damit begonnen, eine der größten Kakaoplantagen der Welt tief im Südosten Nicaraguas anzulegen. Sie hat die Ausdehnung von mehr als 1000 Fußballfeldern. "Wir machen das, um direkten Einfluss auf die Umweltbedingungen des Kakaos nehmen zu können", erklärt der Agraringenieur. "Wir wollen über soziale Arbeitsbedingungen nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Kakao anbauen." 20 Prozent des eigenen Rohstoffbedarfs soll die Plantage in Nicaragua künftig decken.


Ritter betritt damit nicht nur als Firma Neuland. Auch in der Branche geht kaum jemand so weit. Bisher kaufen die großen Süßwarenproduzenten ihre Ware vor allem über Händler ein. Eine Plantage unterhalten weder der laut eigener Auskunft weltweit größte Schokoladenproduzent Barry Callebaut noch die Schokoriegel- und -tafelriesen Mondelez und Nestlé. "Rund 80 Prozent des weltweiten Kakaoanbaus liegen in den Händen von kleinen regionalen Produzenten", sagt Will.

Deshalb sorgt vor allem Kakao aus Afrika immer wieder für Negativschlagzeilen. Auf manchen Plantagen arbeiten Kinder in sklavenähnlichen Verhältnissen, wie Hilfsorganisationen anprangern. Westliche Süßwarenhersteller schauen weg, weil sie die Plantagen nicht besitzen, sondern am Markt einkaufen. Ein Grund, warum viele Hersteller bisher nicht bereit waren, selbst anzubauen, ist das Preisrisiko. Denn mit dem Auf und Ab der globalen Kakaopreise rechnet sich der Anbau mal besser, mal schlechter.

Gerade bei fallenden Preisen wie derzeit ist es für die Firmen billiger, die Rohware zuzukaufen - insbesondere aus den riesigen Anbaugebieten Westafrikas, wo etwa zwei Drittel des weltweit konsumierten Kakaos herkommen und die Bauern weniger als einen Dollar pro Tag verdienen, schreibt Barry Callebaut in einer Studie.

Der aktuelle Preissturz ist besonders heftig. Eine Tonne Rohkakao war Anfang März an der New Yorker Rohstoffbörse mit 1900 Dollar so billig wie seit acht Jahren nicht mehr. Innerhalb von sechs Monaten gaben die Notierungen um über 30 Prozent nach. Der Markt sorgt sich wegen anhaltender Kakaoschwemme. Weil in dieser Saison eine Rekordernte erwartet wird, ist erstmals seit Jahren wieder mit Überschuss zu rechnen. Der typische Schweinezyklus droht: Da die Preise in den jüngsten Jahren auf hohem Niveau lagen, bauten die Bauern ihre Produktion aus - vor allem in der Elfenbeinküste. Zugleich ging mit dem Preisanstieg die Schokoladennachfrage in den beiden Hauptkonsumregionen Europa und USA zurück - voriges Jahr laut Barry Callebaut um rund zwei Prozent. Die Kakaoorganisation ICCO fürchtet, dass die Überschüsse für Jahre anhalten könnten.

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