Notizzettel zur Ausgabe 41/2014: EU-Bürokraten entmündigen Anleger und Verbraucher
· Börse Online Redaktion
Beim Deutschen Derivate Tag zu Beginn dieser Woche hielt Markus Ferber, Europaparlamentarier aus München, das Eröffnungsreferat. Ferber war Verhandlungsführer des Parlaments bei der Verabschiedung des Direktivenpakets zur Regulierung der Finanzmärkte (MiFID 2). Er schilderte anschaulich, wie die Brüsseler Verwaltung bei der Umsetzung der Direktiven in Verwaltungsvorschriften über die politisch festgelegten Ziele hinausschießt. Sie sieht im Verbraucher einen Trottel. Die nächsten Monate sind für Finanzindustrie und Anleger entscheidend: Es geht um Selbstverantwortung oder Bevormundung.
Damit hat niemand gerechnet. Die Börsengänge von Zalando und Rocket Internet erweisen sich mittlerweile als Totalflops. Die Privatanleger, die im Rahmen der Zeichnung überwiegend keine Zuteilung bekamen, hielten sich auch hinterher zurück. Die Lektion von der Jahrtausendwende scheint gelernt. Diesmal machen die Institutionellen die Erfahrung, dass Fantasie kein nachhaltiges Geschäftsmodell ist.
Die gute alte "Bravo", die Zeitschrift, die jeder in seinen Teenie-Tagen in der Hand hatte, soll ab 2015 nur noch alle zwei Wochen erscheinen. Die Auflage ist in den vergangenen Jahren arg ins Rutschen geraten - die jungen Leute seien heute nur noch auf das Internet fixiert und läsen keine Zeitschriften mehr, erklären uns Kommunikationsfachleute. Dass es vielleicht an den Inhalten liegen könnte, dass immer weniger das Heft kaufen, kommt ihnen nicht in den Sinn. Eine andere Meldung: Am 8. Oktober starten zwei junge Leute ein neues gedrucktes Magazin. "Starstube", ein Heft über Youtuber, also die Stars und die noch zu entdeckenden Talente in der Welt der heute von fast allen jungen Leuten besuchten Videoplattform Youtube. Hundertausende Abonnenten haben die einzelnen Kanäle zum Teil, eine Entwicklung der Jugendkultur, die an "Bravo" weitgehend vorbeigegangen ist. Das Verblüffende: Die Macher von "Starstube" glauben fest an die Dinge, die "Bravo" groß gemacht haben - Poster und Autogrammkarten. Deshalb drucken sie auch und veranstalten keinen Klimbim im Internet. Wetten, dass sie Erfolg haben werden?
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Als wir Buffett am Ende von Band 2 verließen, hatte er ein Vermögen von einer Milliarde Dollar erreicht. In diesem Teil verfolgen wir seine Investments von 1989 bis 1998, als die Berkshire-Aktien um das 14-Fache von 4.700 Dollar auf 68.000 Dollar stiegen. Buffett investierte unter anderem in die folgenden Unternehmen: Wells Fargo, American Express, NetJets und General Re.
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