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EDITORIAL

Notizzettel zur Ausgabe 47/2021: Gewinne mitnehmen?

Notizzettel zur Ausgabe 47/2021: Gewinne mitnehmen?
24.11.2021 09:39:14

Herausgeber Frank B. Werner über Goldman Sachs und das neue Infektionsschutzgesetz.

Um mehr als 50 Prozent ist der Kurs der Goldman-Sachs-Aktie in diesem Jahr gestiegen. Und in der Tat hat das Unternehmen beim Handel mit Aktien und Anleihen sowie mit der Beratung und Finanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen ein Heidengeld verdient. Es ist verdienstvoll, wenn der Chef der berüchtigtsten Investmentbank der Welt, David Salomon, nun warnt: "Wir befinden uns in einer Phase, in der die Gier weitaus stärker ist als die Angst." Auch Goldman Sachs hat sich schon oft geirrt, aber die Anzeichen für eine Überhitzung mehren sich. Man muss ja nicht gleich komplett aussteigen, aber die eine oder andere Gewinnmitnahme kann sicher nicht schaden.

In der Debatte über das neue Infektionsschutzgesetz gab am Ende der vergangenen Woche der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Verwunderung zu Protokoll: So "ernst wie zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie vorher" sei die Lage trotz einer vergleichsweise hohen Impfquote - "das ist ja das Paradox". Dieses Paradoxon ist allerdings keines, sondern hat einerseits damit zu tun, dass die Wirksamkeit der Impfung wohl überschätzt worden ist, und anderseits mit der Tatsache, dass Spahn und seine Kollegen in den Ländern ihren Job nicht gemacht haben. Wie kann es sein, dass heute rund ein Drittel weniger Intensivbetten zur Verfügung steht als noch vor einem Jahr. Und auch da war die Zahl gegenüber dem Vorjahr schon mächtig geschrumpft. Kein Wunder, dass die Lage ernst ist. Auch das Hilfsargument "es fehlt uns nicht an Betten, sondern an Personal" taugt nichts. In der Marktwirtschaft lässt sich eigentlich jeder Mangel mit Geld beheben. Warum nicht den in andere Berufe gewechselten oder vorzeitig aus der Elternzeit zurückkehrenden Fachkräften, die sich für mindestens drei Jahre verpflichten, einen Bonus von einmalig 100 000 Euro zahlen? Jens Spahn würde sich wundern, wie schnell die Personallücke geschlossen wäre. Und billiger als Entschädigungsleistungen und die Kosten eines verlangsamten Wirtschaftswachstums durch neue (Teil-)Lockdowns wäre es allemal.

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