Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk erneut wegen seiner Marketingpraktiken verwarnt.
In einem offiziellen Schreiben vom 26. Februar 2026 kritisiert die Behörde eine aktuelle Fernsehwerbung für das Diabetes-Medikament Ozempic als „falsch oder irreführend“. Dies ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass Novo Nordisk wegen der Bewerbung seiner GLP-1-Produkte unter regulatorischen Beschuss gerät, nachdem Anfang Februar bereits ein Spot für die Wegovy-Tabletten gerügt wurde.
Irreführende Vergleiche und unzulässige Verallgemeinerungen
Der beanstandete Spot mit dem Titel „There’s Only One Ozempic“ nutzt die Schauspieler Justin Long und John Hodgman, die in einer Anlehnung an die ikonischen „Get a Mac“-Werbespots von Apple auftreten. Laut FDA suggeriert die Kampagne ohne ausreichende klinische Belege, dass Ozempic anderen zugelassenen GLP-1-Therapien überlegen sei.
Besonders kritisch sieht die Behörde die Darstellung der Anwendungsgebiete: Die Werbung erwecke den Eindruck, dass alle Patienten mit Typ-2-Diabetes für sämtliche Indikationen von Ozempic infrage kämen. Tatsächlich sind bestimmte Zulassungen – wie die Senkung des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse oder die Verzögerung von Nierenerkrankungen – an spezifische Vorerkrankungen gebunden, was im Spot nicht ausreichend deutlich gemacht wurde.
Fristen und mögliche Konsequenzen für den Konzern
Die FDA fordert Novo Nordisk auf, die beanstandeten Verstöße unverzüglich zu korrigieren. Das Unternehmen hat 15 Werktage Zeit, um schriftlich Stellung zu nehmen und darzulegen, wie die Werbemittel angepasst oder aus dem Verkehr gezogen werden.
Ein Sprecher von Novo Nordisk erklärte, dass man das regulatorische Feedback sehr ernst nehme und bereits an einer Antwort arbeite, um die Bedenken der Behörde auszuräumen. Sollte der Konzern nicht angemessen reagieren, drohen im schlimmsten Fall weitreichendere Sanktionen, die bis zu einem vorübergehenden Stopp des Vertriebs von Ozempic in den USA führen könnten.
Häufig gestellte Fragen zur FDA-Warnung gegen Novo Nordisk
Warum hat die FDA die Ozempic-Werbung konkret beanstandet?
Die Behörde kritisiert, dass der Werbespot eine unbewiesene Überlegenheit gegenüber Konkurrenzprodukten suggeriert und fälschlicherweise den Eindruck erweckt, alle Typ-2-Diabetiker seien für alle speziellen Zusatzindikationen des Medikaments geeignet.
Welche Folgen hat die Warnung für die Verfügbarkeit von Ozempic?
Aktuell ist die Verfügbarkeit nicht eingeschränkt, jedoch muss Novo Nordisk innerhalb von 15 Tagen nachweisen, dass die Werbefehler korrigiert werden, um weitere rechtliche Schritte oder Vertriebsbeschränkungen zu vermeiden.
Gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Probleme mit Novo Nordisk?
Ja, erst Anfang Februar 2026 erhielt das Unternehmen eine ähnliche Warnung für eine Wegovy-Werbung, und bereits im September 2025 gab es Rügen wegen der Verharmlosung von Risiken in Medieninterviews.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.