Der KI-Datenkonzern Palantir hat den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent gesteigert und übertrifft damit klar die Erwartungen der Wall Street. Doch vor allem wegen der Prognose springt die Aktie an.
Nachdem sich der Kurs seit Mitte Dezember im Rückwärtsgang befand, sendete der Datenanalyse-Spezialist Palantir mit seien Zahlen am Montagabend ein starkes Zeichen. Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 4,48 Milliarden US-Dollar und lag damit über den Analystenschätzungen. Der Hammer jedoch: Für das Geschäftsjahr 2026 stellt das Unternehmen sogar einen Umsatzsprung um 61 Prozent auf rund 7,19 Milliarden Dollar in Aussicht. Auch das liegt deutlich über den Erwartungen der Wall Street, die im Schnitt nur mit 6,27 Milliarden Dollar gerechnet hatte.
Für das laufende Quartal prognostiziert Palantir Erlöse von etwa 1,53 Milliarden Dollar – ebenfalls über den Erwartungen. Die Anleger reagierten prompt: Die Aktie legte schon im nachbörslichen Handel rund fünf Prozent zu und stieg heute Vormittag in Deutschland auf Tradegate um fast zwölf Prozent auf umgerechnet 140 Euro.
Starke Zahlen beenden den Abwärtstrend
Seit ihrem Hoch im November hatte die Aktie 29 Prozent verloren, seit Jahresbeginn 2026 liegt sie 17 Prozent im Minus. Die neuen Zahlen könnten nun eine Trendwende einläuten, sofern Palantir den Handel über der 200-Tage-Linie beendet. Die verläuft derzeit bei 159 Dollar oder 137 Euro.
Operativ lief es ohnehin besser als der Kurs vermuten lässt: Denn Palantir ist mittlerweile hochprofitabel: Im vierten Quartal stieg der Nettogewinn nach US-GAAP auf 575 Millionen Euro, was einem Gewinn je Aktie von 24 Cents (bereinigt 25 Cents) und einer Nettomarge von 41 Prozent entspricht.
Regierung und Militär als Wachstumstreiber
Wie üblich profitierte Palantir erneut besonders stark vom Geschäft mit US-Behörden und dem Militär. Sie machen den Großteil der Erlöse aus. Dazu gehört Berichten zufolge auch Software für die umstrittene Abschiebeeinheit "ICE". Ein wichtiger Umsatz-Treiber ist das KI-gestützte Kontrollsystem „Maven“, das unter anderem zur Zielidentifikation eingesetzt wird. Technikchef Shyam Sankar sagte, der des Maven-Systems derzeit sei „auf einem Allzeithoch“, es werde 2026 weiter ausgerollt. Das zeigt, wie stark Palantir von steigenden Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben profitiert – ein Trend, der sich angesichts globaler Spannungen fortsetzen könnte.
CEO Karp spricht von „besten Tech-Zahlen seit einem Jahrzehnt“
Firmenchef Alex Karp zeigte sich einmal mehr überaus selbstbewusst. Die Ergebnisse seien„unbestreitbar die besten Resultate, die ich im Technologiesektor in den vergangenen zehn Jahren gesehen habe“, sagte r laut CNBC. Karp betonte, wie zentral KI inzwischen für Unternehmen und Behörden sei: „Wenn man dafür kein Geld ausgibt, investiert man nicht in das, das entscheidend ist, um mit der Dynamik Schritt zu halten.“ Mit anderen Worten: Wer nicht in KI investiert, fällt zurück.
Einschätzung aus Sicht der Anleger
Palantir liefert genau das, was Wachstumsinvestoren sehen wollen: stark steigende Umsätze, KI-Fantasie und lukrative Staatsaufträge. Die Prognose übertrifft klar die Erwartungen und könnte dem zuletzt angeschlagenen Kurs neuen Schwung geben.
Doch trotz der starken Perspektiven ist die Aktie immer noch kein Schnäppchen. Palantir wird aktuell mit dem 141-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet – einer der höchsten Werte im S&P 500-Index. Anleger zahlen also bereits einen kräftigen Vorschuss auf künftiges Wachstum.
Rückschläge sind bei Enttäuschungen sidn deshalb jederzeit möglich. Das sollten aucxh risikobereite Anleger wissen, wenn sie mit Palantir eine spannende, aber volatile KI-Wette eingehen.
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