"Deutsche Post DHL Group hatte ein hervorragendes drittes Quartal", bilanzierte Konzernchef Frank Appel. "Unter dem Strich haben wir jetzt schon mehr Gewinn gemacht als im ganzen Jahr 2020 - und das für uns traditionell starke Weihnachtsquartal kommt erst noch." Er hob deshalb die Ziele für 2021 erneut an: Der operative Ertrag (Ebit) werde auf den Rekordwert von 7,7 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte die Post mehr als sieben Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch mittelfristig will sie mehr verdienen, der Ergebnisausblick für 2023 wurde auf mehr als acht Milliarden Euro angehoben, zuvor waren es mehr als 7,4 Milliarden Euro.

Die Post hatte bereits im Oktober auf Basis vorläufiger Zahlen einen Anstieg des Ebit im dritten Quartal auf 1,7 (Vorjahr: 1,377) Milliarden Euro vermeldet. Der Umsatz stieg im Quartal um 23,5 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. Deutliche Zuwachsraten verbuchte die Post auch im Frachtgeschäft - hier konnte sie den Umsatz um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern und das operative Ergebnis mit 372 Millionen Euro sogar mehr als verdoppeln. Die Situation an einigen Seehäfen sei nach wie vor angespannt, Schiffscontainer seien knapp und die Preise sehr hoch, sagte Appel. Die Preise entwickelten sich sogar so, dass der Unterschied zur Luftfracht deutlich geschrumpft sei. Viele Kunden wichen deshalb von der See- auf die Luftfracht aus.

Der Lockdown in der Corona-Krise hatte dem Online-Handel einen entscheidenden Schub gegeben. Immer mehr Verbraucher ordern ihre Waren im Internet, die Logistik-Konzerne liefern diese aus. Sie rechnen angesichts weiter boomender Geschäfte damit, dass der Trend nach der Pandemie anhält. Aber auch der Welthandel zieht wieder an, im Frachtgeschäft steigen die Preise. Das spielt den Logistikern weltweit in die Karten. Auch der Post-Rivale UPS hatte zuletzt deutliche Zuwächse bei Gewinn und Umsatz gemeldet.

rtr