Jerome Powell glaubt nicht mehr an eine vorübergehende Inflation. Vergangene Woche erkannte der Chef der US-Notenbank Anzeichen dafür, dass der Preisdruck wohl doch länger anhält. Das Federal Reserve Board (Fed) sieht nun die Zeit gekommen, nicht nur die Anleihekäufe zurückzufahren, sondern auch die bislang expansiv geführte Geldpolitik zu beenden. Bis zu drei Zinserhöhungen im kommenden Jahr und drei weitere im Jahr 2023 sind möglich.

"Steigende Zinsen bedeuten jedoch nicht, dass der US-Aktienmarkt zwangsläufig massiv korrigieren wird", sagt Klaus Lehr, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung PT (Phoenix Trust) Asset Management in Metzingen. Seiner Meinung nach werden sich mit bilanzstarken Unternehmen, insbesondere aus den Bereichen Technologie, Health Care, Fintech oder EMobilität weiterhin Kursgewinne erzielen lassen. Für langfristig aussichtsreich hält Lehr auch Unternehmen, die vom Trend Demografie profitieren.

Der Aktienanteil des als Mischfonds konzipierten PT Defensiv Portfolio ist daher mit US-Werten wie Apple, Amazon, dem Cyber-Security-Unternehmen Fortinet und dem Finanztitel Mastercard bestückt. Im Portfolio finden sich auch europäische Aktien wie das Pharmaunternehmen Novo Nordisk oder der Hörgerätespezialist Sonova. Insgesamt umfasst der Aktienteil rund 50 Unternehmen. Vor dem Kauf wurden durch das PTAM-Management im Rahmen einer Bottom-up-Analyse die Profitabilität und die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle gründlich geprüft.

Kurzlaufende US-Treasuries


"Den Anlagerichtlinien zufolge dürfen wir bis zu 45 Prozent der Mittel in Aktien investieren", erklärt Lehr. Aktuell beträgt die Quote 38 Prozent. Um der defensiven Ausrichtung voll gerecht zu werden, kann der Fonds sich dagegen bis zu 100 Prozent in Rentenpapieren engagieren. Die jeweilige Gewichtung der Anlageklassen ist das Ergebnis einer umfassenden makroökonomischen Top-down-Analyse. Vier Indikatoren stehen im Fokus: Zinssätze, Zinsdifferenzen, Unternehmensergebnis- se und Risikoprämien. "Bei allen Indikatoren analysieren wir, auf welchem Niveau diese sich aktuell befinden und wie sie künftig davon abweichen können", sagt Lehr. Erhebliche Unterschiede gibt es zwischen den Zinssätzen der USA und dem Euroraum. Lehr hält daher einen hohen Anteil von US-Treasuries. Angesichts der bevorstehenden geldpolitischen Wende der Fed investiert er jedoch nur in kurzlaufende Staatsanleihen. "Die Zinssensitivität beziehungsweise das Risiko von Kursverlusten ist somit geringer", erklärt Lehr.

Im Rententeil finden sich auch italienische Staatsanleihen. Lehr glaubt nicht, dass das Land sein Investment-Grade-Rating verlieren wird. Zudem nutzt der Fonds die Chancen polnischer oder britischer Staatsanleihen in lokaler Währung. Unternehmensanleihen, deren Kreditqualität überzeugt, sind eine weitere Option. Bislang haben die starke Verteidigung und die kluge Offensive sehr gut zusammengespielt. Der PTAM Defensiv erzielte in den vergangenen drei Jahren 30 Prozent, innerhalb eines Jahres zehn Prozent.

Der weltweit anlegende Fonds ist aktuell mit €uro FondsNote 2 beurteilt. Ein Produkt für eher vorsichtige Anleger, die aber Renditechancen im Aktienbereich wahrnehmen wollen. Empfehlung: Kaufen.