KI verändert die Softwarebranche grundlegend: Neue Agenten setzen etablierte Anbieter unter Druck und zwingen SAP, sein Geschäftsmodell neu zu denken. Warum der Konzern jetzt unter besonderer Beobachtung steht.

Die Softwarebranche steht vor einem der größten Umbrüche seit der Verlagerung vieler Anwendungen in die Cloud. Künstliche Intelligenz, vor allem in Form sogenannter KI-Agenten, verändert nicht nur einzelne Produkte, sondern ganze Geschäftsmodelle. Was bislang als Wettbewerbsvorteil galt – etwa tiefes Prozesswissen, wiederkehrende Abonnements oder eine starke Kundenbindung –, gerät unter Druck, wenn neue Software in der Lage ist, Aufgaben eigenständig zu erledigen, Abläufe zu automatisieren und damit einen Teil menschlicher Arbeit zu ersetzen.

Besonders deutlich wird die Tragweite dieser Entwicklung dort, wo KI nicht nur als Zusatzfunktion, sondern als zentraler Wachstumstreiber wirkt. 

Globaler Markt für Anwendungssoftware und jährliches Wachstum
Quelle: Bloomberg
Prognose des Wandels der Geschäftsmodelle: Ergebnis- und projektorientierte Abrechnung der Softwarenutzung, wie heute bei KI, soll jährlich 30 Prozent zulegen, Abos (SaaS) nur noch zwei Prozent.

Besonders deutlich wird dieser Wandel an den Bewegungen an den Börsen. Immer wieder reagieren Anleger nervös auf neue Produktentwicklungen von KI-Anbietern, weil sich die Frage stellt, welche Unternehmen von der neuen Technologie profitieren und welche unter Margendruck geraten könnten. Denn KI-Agenten sind nicht nur ein zusätzliches Feature. Sie greifen potenziell direkt in die Wertschöpfung ein – und damit in die Grundlage vieler Softwaremodelle.

SAP im Zentrum des Umbruchs

Für SAP ist die Entwicklung nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Der Konzern sitzt tief in den zentralen Abläufen vieler Unternehmen – von der Finanzplanung über die Ressourcensteuerung bis hin zur Lieferkette. Genau diese enge Verzahnung mit geschäftskritischen Prozessen verschafft SAP im KI-Zeitalter einen wichtigen Vorteil: Wer dort bereits die Daten, Abläufe und Schnittstellen kontrolliert, kann KI-Funktionen besonders wirksam integrieren und monetarisieren.

SAP-Chef Christian Klein hat bereits angedeutet, dass KI die Vermarktung und Bepreisung von Software grundlegend verändern dürfte. Wenn KI-Agenten Aufgaben übernehmen, für die bisher mehrere Nutzer nötig waren, rückt ein klassisches Abomodell in den Hintergrund. Für SAP eröffnet das die Chance, stärker über Automatisierung, integrierte KI-Dienste und zusätzliche Wertschöpfung zu verdienen.

Der Konzern muss sich damit zwar technologisch und strategisch neu aufstellen, bringt dafür aber eine wichtige Ausgangsposition mit: tiefe Prozesskenntnis, breite Unternehmenskunden und eine starke Verankerung im operativen Kern vieler Firmen. In einer Welt, in der Software immer mehr Arbeit ersetzt, könnte genau das zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Neue Gewinner im Softwaremarkt möglich

Doch SAP ist nicht allein. Die Marktverschiebungen eröffnen auch anderen Unternehmen Chancen. Besonders profitieren könnten Anbieter, die bereits tief in Unternehmensabläufe eingebunden sind oder KI-Lösungen schnell skalieren können.

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