KONJUNKTUR

Schlechtes Omen für Aktien: Einbruch bei der Weltwirtschaft kündigt sich an

Schlechtes Omen für Aktien: Einbruch bei der Weltwirtschaft kündigt sich an

WKN: A2N6BX ISIN: JP3990210001 WORLD CO. LTD. Registered Shs

05.04.2019 03:30:00

Die Welthandelsorganisation hat ihre Prognose für das Wachstum des Welthandels deutlich reduziert. Und auch der IWF wird seine Daten senken. Das könnte die Börsen massiv belasten. Von Matthias Fischer

Für dieses Jahr erwartet die Welthandelsorganisation (englisch World Trade Organization, WTO) nun nur noch ein Wachstum von 2,6 Prozent. Zuvor war sie dagegen von einem Plus von 3,7 Prozent ausgegangen. Die Kürzung fällt damit ausgesprochen deutlich aus, dies ist der niedrigste Wert seit drei Jahren. Und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) rudert zurück. Erst vor ein paar Wochen hatte er seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft von 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Aber das auch das dürfte schon bald Makulatur sein: IWF-Chefin Christine Lagarde warnt bereits: "Im Januar hat der IWF für 2019 und 2020 ein Weltwirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent prognostiziert - das war weniger als zuvor, aber immer noch vernünftig. Seither hat das Wachstum weiter an Schwung verloren, wie Sie an unseren in der nächsten Woche anstehenden aktuellen Prognosen sehen werden." Ende der kommenden Woche wird der IWF die neuen Schätzungen auf seiner Frühjahrstagung veröffentlichen.

Besonders der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China beunruhigt die beiden Organisationen. Kein Wunder, stehen sich mit den beiden Nationen doch die zwei größten Volkswirtschaften der Welt gegenüber (sieht man einmal von der Europäischen Union als Staatenverbund ab). "Angesichts der enormen Handelsspannungen sollte sich niemand über diesen Ausblick wundern", sagt WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo deshalb über die gekürzten Prognosen. So lange diese Unsicherheit bestehen bleibt, glaubt Azevedo nicht, dass der Welthandel wieder zu alter Stärke zurückfinden wird.

Die WTO sieht aber noch weitere Krisenfaktoren wie die derzeitige Volatilität an den Finanzmärkten und die straffere Geldpolitik in den Industrieländern. Vor allem in den USA hat die Notenbank Federal Reserve den Leitzins bereits deutlich erhöht. Höhere Zinsen gelten allgemein als schädlich für die Konjunktur, weil Verbraucher dann eher dazu neigen, Geld zu sparen als es auszugeben. Und auch der Streit rund um Importzölle auf Autos, was vor allem ein Thema zwischen den USA und der Europäischen Union ist, schadet nach Ansicht der WTO dem Welthandel.

Sollte sich das Wachstum abschwächen, wird das die Gewinne der Unternehmen belasten. Und in der Folge auch die Börsen, denn die Gewinne der Unternehmen sind der wichtigste Treiber für die Aktienkurse.


Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters

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