Die Zooplus-Aktionäre haben damit die Wahl zwischen zwei finanziell gleichwertigen Angeboten. Große Spielräume für eine weitere Aufstockung sehen offenbar beide Bieter nicht mehr. H&F ist allerdings im Vorteil. Die Amerikaner haben sich nämlich schon gut 17 Prozent der Anteile von mehreren Großaktionären - darunter die RAG Stiftung und der Investor Luxempart - gesichert. Diese sind wieder an ihre Zusage gebunden, weil H&F nachgezogen hat.

Damit ist nun wieder EQT am Zug, wenn die Schweden nicht ins Hintertreffen geraten wollen. "Wir nehmen den jüngsten Schritt von Hellman & Friedman zur Kenntnis", sagte eine Sprecherin. EQT hatte zuletzt noch einmal 70 Millionen Euro auf seine Offerte oben draufgelegt, H&F tut nun nur das Mindeste, um sich seinen Vorteil zu sichern. Die Zooplus-Aktionäre setzen aber darauf, dass die 470 Euro noch nicht das letzte Wort in dem Poker sind. Die im Kleinwerteindex SDax Aktie bröckelte am Freitag nur marginal auf 480,80 Euro ab.

Die Zooplus-Aktionäre haben bis 3. November Zeit, eines der beiden Angebote anzunehmen. Die eigentlich nur bis 12. Oktober laufende Offerte von H&F verlängert sich nach dem deutschen Übernahmerecht entsprechend. Im schlechtesten Fall könnten nach den gegenwärtigen Stand beide an ihrer Bedingung scheitern, auf mehr als 50 Prozent an Zooplus zu kommen. Beide wollen Zooplus von der Börse nehmen.

Mit Spannung erwartet wird nun, wie sich der Vorstand von Zooplus offiziell zu der EQT-Offerte positioniert. Er hatte sich für das Angebot von Hellman & Friedman ausgesprochen und ist an seine Empfehlung nach dem Vertrag mit den Amerikanern gebunden. "Hellman & Friedman ist weiterhin fest entschlossen, die vereinbarte langfristige strategische Partnerschaft mit Zooplus umzusetzen", hieß es in der Mitteilung des Finanzinvestors. Sie habe für Zooplus erhebliche Vorteile.

Zooplus-Chef und Mitgründer Cornelius Patt hatte selbst im Frühjahr vorsichtig die Fühler nach einem Investor ausgestreckt, der Geld für die Expansion im Ausland mitbringen und Zooplus vom kurzfristigen Erfolgsdruck befreien sollte, den die Börsennotiz mit sich bringt. Dabei war er zunächst bei H&F fündig geworden, der Vorstoß hatte aber EQT auf den Plan gerufen.

rtr