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Seltene Erden: Von diesen Ländern ist Deutschland bei Metallen für Smartphones und Elektroautos abhängig

Seltene Erden: Von diesen Ländern ist Deutschland bei Metallen für Smartphones und Elektroautos abhängig
22.11.2019 07:00:00

Sogenannte Seltene Erden sind wichtige Metalle, die man für Technologieprodukte braucht. Laut einer aktuellen Aufstellung der Bundesregierung importiert sie Deutschland meist aus China. Von Andreas Höß

Deutschland bezieht seine Seltenen Erden, die man unter anderem zum Bau von Smartphones oder Elektroautos braucht, zu großen Teilen aus China. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP hervor. Die meisten der 17 Metalle, die man in dieser Gruppe zusammenfasst, stammten aus dem Reich der Mitte, das weltweit rund 80 Prozent der Seltenen Erden produziert und damit Weltmarktführer ist. Vor allem reine Metalle kommen in der Regel aus China. Beispiel Cer, Lanthan, Praseodym, Neodym und Samarium: Hier stammten 2018 6,6 Tonnen aus China, aber nur 500 Kilo aus Österreich und 300 aus den USA. Ausgewogener war das Verhältnis bei Lanthan-, Praseodym-, Neodym- sowie Samariumverbindungen. Hier kamen insgesamt 4045 Tonnen aus China und immerhin 3859 Tonnen aus Österreich. Nächstgrößter Lieferant waren die USA mit knapp 35 Tonnen.

Die FDP hatte in ihrer Anfrage unter anderem nach drohenden Versorgungsengpässen durch die Abhängigkeit von China gefragt. "Die sichere Versorgung mit Seltene Erden ist nach Ansicht der Bundesregierung sehr wichtig für die deutsche Industrie", da die Metalle vor allem in Hochtechnologien sowie im Autobau eingesetzt würden, heißt es dazu in dem Schreiben. Wegen dem Vormarsch der Elektromobilität dürfte die Nachfrage weiter zunehmen, ein "wettbewerbsfähiger und sicherer Rohstoffbezug" sei entsprechend wichtig. Aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China ergebe sich aber eher eine indirekte Gefahr: "Sollte China im Handelsstreit mit den USA die Exporte von Seltenen Erden in die USA erschweren, würde dies nach Einschätzung der Bundesregierung vor allem US-Unternehmen und (deutsche) Unternehmen, die in den USA produzieren, treffen. Im Falle der Verhängung eines Lieferstopps oder der Drosselung der Produktion, würde dies jedoch Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben. Die Verknappung könnte zu steigenden Preisen von Seltenen Erden führen", so die Bundesregierung.

Ob für die Zukunft konkrete Initiativen geplant seien, um die Rohstoffversorgung zu sichern, ließ die Bundesregierung vorerst offen. Ein abgestimmter Entwurf der Großen Koalition liege bisher nicht vor. "Die Bundesregierung hat allerdings vor, die Fortschreibung der Rohstoffstrategie noch in diesem Jahr zu veröffentlichen." Kenntnisse, dass China von verschiedenen Entwicklungsländern Nutzungsrechte für den Abbau von Seltenen Erden erwerbe, habe die Bundesregierung nicht.


Bildquelle: David Becker/Reuters

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