In der Woche zum 17. März ging es mit dem allgemeinen Interesse an Silber-Futures erneut steil bergab. Insgesamt sank die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 187.100 auf 166.700 Kontrakte (-10,9 Prozent). Allein die spekulativen Marktakteure haben sich innerhalb einer Woche von insgesamt 26.600 Kontrakten getrennt. Besonders stark wurde das Long-Engagement gekürzt. Dadurch hat sich die kumulierte Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten im Berichtszeitraum von 60.300 auf 54.600 Kontrakte (-9,4 Prozent) reduziert. Dies stellte den schwächsten Optimismus seit über acht Monaten dar.

Besonders auffällig: Große Terminspekulanten (Non-Commercials) haben sowohl ihre Long-Seite (-13.900 Futures) als auch ihr Short-Exposure (-10.900 Kontrakte) massiv reduziert, was deren Netto-Long-Position ein Minus von 44.900 auf 42.000 Kontrakte (-6,5 Prozent) beschert hat. Kleinspekulanten (Non-Reportables) sind vor allem dadurch aufgefallen, dass sie Ihre Netto-Long-Position von 15.400 auf 12.700 Kontrakte (-17,5 Prozent) zurückgefahren haben, was in erster Linie durch den massiven Ausverkauf auf der Long-Seite (-2.200 Kontrakte) zustande kam.

Umsätze bei Silbermünzen explodieren


Der Münchner Edelmetallhändler pro aurum meldete in der vergangenen Woche unter anderem, dass die "Nachfrage nach physischem Silber explodiert". Dessen Kunden favorisieren vor allem den kanadischen "Maple Leaf", dem eine besonders hohe Fälschungssicherheit nachgesagt wird. Des Weiteren sind aber auch der südafrikanische "Silber-Krügerrand", das australische "Känguru" sowie der "American Silver Eagle" stark gefragt. Dessen Umsätze sind im März laut aktuellen Absatzzahlen der US Mint ebenfalls explodiert. Nachdem im Februar lediglich 650.000 Unzenmünzen ausgeliefert wurden, gab es allein in den ersten drei Märzwochen eine Vervielfachung auf 4,83 Millionen Unzen zu beobachten. Wer statt physisch hinterlegtem Papiersilber aufgrund der Fragilität der Finanzsysteme 100%iges physisches Silber bevorzugt, sollte sich über die nachfolgend aufgeführten Besonderheiten allerdings bewusst sein.

Silbermünzen sind mehrwertsteuerpflichtig, was zu einem starken Spread zwischen An- und Verkauf führt. Bei den besonders beliebten Maple Leaf aus Kanada beläuft sich dieser aktuell auf 60 Prozent, was zum einen auf die Mehrwertsteuerpflicht und zum anderen auf die aktuellen Verwerfungen an den Finanz- und Edelmetallmärkten zurückzuführen ist. Bei Silberbarren sieht die Kennzahl noch schlechter aus, weil Edelmetallhändler hier die für Anleger günstige Differenzbesteuerungsmethode nicht anwenden können. Am meisten Silber erhalten Anleger erfahrungsgemäß bei den weltbekannten oben erwähnten Ein-Unzen-Silbermünzen. Wer die Silbermünzen ohne Mehrwertsteuer handeln möchte, kann dies - selbstverständlich völlig legal - über sogenannte Zollfreilager realisieren. Hier wird die Steuer nur fällig, wenn die Münzen das Lager verlassen. Das heißt: Wer über solche Zollfreilager kauft und verkauft, kann mit seinen Silberinvestments erheblich höhere Renditen erzielen.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Silberpreis aktuell auf einer regelrechten Achterbahnfahrt. Im März stürzte das Edelmetall innerhalb von sechs Handelstagen um über 30 Prozent ab, um sich seit vergangenem Donnerstag wieder um mehr als 20 Prozent zu erholen. Damit sich die desaströse Charttechnik zumindest ein bisschen aufhellt, wäre eine Rückeroberung der massiven Unterstützungszone im Bereich von 14 Dollar extrem wichtig. Das Drehen der langfristigen 200-Tage-Linie nach unten generierte jedoch ein charttechnisches Trendwechselsignal. Ein Kaufsignal lieferte hingegen der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit dem Überwinden der Marke von 30 Prozent. Die Zuverlässigkeit von charttechnischen Signalen - gleich welcher Art - sollte in diesen hektischen Zeiten aber kritisch hinterfragt werden. Wenn vor allem Emotionen das Kommando übernommen haben, dürfte die Charttechnik aller Voraussicht nach eher eine Nebenrolle spielen.

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