Starke Marktposition, attraktive Bewertung und gedrückte Kurse: Fusionen und Übernahmen wirken oft als kräftige Kurskatalysatoren. Sondersituationen machen Unternehmen besonders interessant für Käufer. Bei diesen Kandidaten lockt eine Übernahmeprämie.

Fusionen und Übernahmen boomen wie lange nicht: Im 1. Quartal 2026 wurden weltweit Deals im Volumen von 1,2 Billionen US-Dollar vereinbart – das dritte Billionen-Quartal in Folge. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Mega-Deals über zehn Milliarden Dollar mit 22 Transaktionen ein Allzeithoch. Ob Unilever mit dem Verkauf der Lebensmittelsparte an McCormick oder Sysco mit der Übernahme von Jetro – große strategische Transaktionen sind branchenübergreifend so präsent wie seit Jahren nicht.

Die Treiber sind vielfältig. In der Pharmabranche erzwingen auslaufende Blockbuster-Patente milliardenschwere Zukäufe. Das M&A-Volumen in Biopharma stieg zuletzt um 125 Prozent auf 116 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verfügen die 20 größten Pharmakonzerne über geschätzt mehr als 250 Milliarden Dollar an finanzieller Feuerkraft. Doch der Deal-Hunger reicht weit über das Gesundheitswesen hinaus: Im Energiesektor fusionierten Devon Energy und Coterra zu einem Schieferölkonzern mit rund 60 Milliarden Dollar Bewertung. Und in der Finanzbranche wurde der britische Vermögensverwalter Schroders für 9,9 Milliarden Pfund an Nuveen verkauft.

Europa bekommt Rückenwind

Auch in Europa zog das Transaktionsvolumen im ersten Quartal kräftig an: plus 82 Prozent gegenüber 2025, grenzüberschreitende Deals stiegen um 47 Prozent. Zusätzlichen Schub könnte die EU liefern: Die Kommission plant die größte Lockerung der Fusionsregeln seit Jahrzehnten. Künftig sollen neben dem Preiswettbewerb auch Innovation, Resilienz und strategische Größe stärker zählen – ein Signal, das in fragmentierten Branchen wie der Telekommunikation eine neue Konsolidierungswelle auslösen könnte.

Für Investoren kann das Umfeld attraktiv sein: Übernahmeprämien von 50 bis 80 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs sind aktuell keine Seltenheit. In der Titelstory der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE hat die Redaktion 10 Unternehmen identifiziert, die mit attraktiven Assets, differenzierter Technologie und moderater Bewertung potenzielle Übernahmekandidaten sein könnten. Die Voraussetzungen für ein anhaltend dynamisches M&A-Jahr sind so gut wie lange nicht.

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Foto: Boersenmedien AG

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