Am 28. September 2022 markierte der US-Dollar mit 1,04865 Euro seinen höchsten Stand seit 15 Jahren. Ein Kursniveau, das beim heutigen US-Dollar/Euro-Kurs von 0,87375 schon fast utopisch anmutet. Angesichts der US-Dollar-Schwäche der letzten Monate und einer Rally seit Ausbruch des Iran-Kriegs, fragen sich viele Anleger, welche Auswirkungen dies auf ihre Anlagen in Aktien, Gold und Bitcoin haben wird.
Trump’s Irankrieg – Fluch oder Segen für den US-Dollar?
Lange galt der US-Dollar (Greenback) – wie beispielsweise der Schweizer Franken (CHF) auch – als sicherer Hafen in unsteten Zeiten. Das zeigt sich auch jetzt wieder einmal: Seit Ausbruch des Irankrieges am 28. Februar 2026 setzte beim US-Dollar gegenüber dem Euro (und auch dem CHF) eine Aufwärtsbewegung ein. Doch der von Donald Trump vom Zaun gebrochene Nah-Ostkonflikt sich für die USA zu einem erheblichen finanziellen Kraftakt entwickeln. Schätzungen zufolge kostet der Einsatz derzeit über eine Milliarde Dollar pro Tag, allein in den ersten sechs Kriegstagen sollen bereits mehr als elf Milliarden Dollar ausgegeben worden sein. Ein Großteil der Kosten entfällt auf teure Präzisionsmunition, Raketenabwehr und weitere militärische Operationen im Nahen Osten, darunter der Flugzeugträger.
Noch gilt der Konflikt für die größte Volkswirtschaft der Welt als finanzierbar. Allerdings erfolgt er in einer Phase hoher Staatsverschuldung und steigender Zinskosten. Kritiker warnen deshalb, dass der Krieg die ohnehin angespannten Staatsfinanzen weiter belasten könnte. Sollte der Konflikt also länger dauern und die Haushaltslage der USA weiter belasten, könnte das Vertrauen in die fiskalische Stabilität leiden. Höhere Ölpreise, steigende Inflation und mögliche Turbulenzen am US-Anleihemarkt würden dann den Druck auf den Dollar zusätzlich erhöhen.
Charttechnische Lage des US-Dollars
Jedenfalls ist charttechnisch bemerkenswert, dass der US-Dollar (im Vergleich zum Euro) seinen seit Juli 2008 eingesetzten Aufwärtstrend spätestens im Juni 2025 mit dem Durchbruch unter die langjährige Trendlinie (blaue dargestellt in der untenstehenden Grafik) verlassen hat. Ein erstes Anzeichen für diese schwache Entwicklung gab es bereits im Januar 2025 mit dem deutlich geringer ausgefallenen Zwischenhoch (orange Markierung in der Darstellung).
Gleichzeitig rauschte der US-Dollar im Verhältnis zum Euro in dieser Zeit auch unter die 50-, 100- und 200-Tage-Linien sowie unter die 50- und 200-Wochen-Linien. Aber: Seit Kriegsbeginn konnte der Dollar sämtliche dieser gleitenden Durchschnitte wieder zurückerobern, ausgenommen die derzeit bei 0,89722 Euro verlaufende 200-Wochen-Linie.
Doch Anleger sollten sich angesichts der fundamentalen Probleme beim US-Dollar vom jüngsten Anstieg nicht leichtfertig täuschen lassen. Echte Zuversicht erscheint frühestens bei Rückeroberung der gefallenen langfristigen Trendlinie (blau) angebracht; ein wirklich positives Zeichen in mittel- und langfristiger Hinsicht wäre jedenfalls die Ausbildung eines Hochs über 0,98253 Euro (Marke des Zwischenhochs vom Januar 2025).
Fazit
Donald Trump ist es mit dem Angriff auf den Iran neuerlich gelungen, die Anleger ins Ungewisse zu stürzen. Eine vernünftige Prognose zur Entwicklung des US-Dollar-Euro-Kurses ist derzeit kaum möglich. Anleger achten auf die oben genannten Marken. Anleger, die das Währungsrisiko meiden wollen, setzen daher vermehrt auf europäische Aktien oder auf währungsgesicherte Fonds und ETFs.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale-Dividenden-Stars Index» glücklicher.
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