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Thailand: Der lange Arm des Militärs

Thailand: Der lange Arm des Militärs

WKN: A1CZ2H ISIN: AU000000GLL4 Galilee Energy Ltd

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02.07.2020 - 08:05
12.04.2019 02:50:00

Offensichtlich kam es bei den ersten Parlamentswahlen seit acht Jahren zu Mauscheleien. Das Militär tut alles, um an der Macht zu bleiben. Was das für Konjunktur und Börse bedeutet. Von Martin Blümel

Vergangene Woche wurde in der zweitgrößten südostasiatischen Volkswirtschaft gewählt. 56 Millionen Wahlberechtigte durften in Thailand das erste Mal seit acht Jahren über ein neues Parlament abstimmen, nachdem das Land seit dem Staatsstreich von 2014 von der Armee regiert worden war.

Das Ergebnis ist umstritten. Einen eindeutigen Sieger scheint es nicht zu geben. Die vom Militär eingesetzte Wahlkommission hat die Bekanntgabe weiterer Zahlen nach Auszählung von etwa 95 Prozent der Stimmen gestoppt. Es sieht nach Mauscheleien aus. Sieben Parteien aus der Opposition wollen daher nun eine Allianz gegen die Militärs schmieden. Was nicht einfach werden wird, da dem Zwischenergebnis zufolge die Partei des einstigen Putschgenerals und heutigen Premierministers Prayut Chanocha, auch Onkel Tu genannt, stärkste Kraft wurde.

Furcht vor neuen Unruhen

Eine Hängepartie deutet sich an. Wie sich das auf die Konjunktur auswirkt, wird man sehen. Nach dem Staatsstreich vor fünf Jahren war es damals zu blutigen Kämpfen zwischen Anhängern der Monarchie und Sympathisanten des gestürzten und 2006 ins Ausland geflohenen ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gekommen.

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Sollte der aktuelle Urnengang nicht erneut Unruhen auslösen und die künftige Regierung die Wirtschaftspolitik nicht wesentlich ändern, wäre dies sicher gut für die Konjunktur. Denn schlecht gewirtschaftet hat der bisherige Premier nicht. Man sieht es gerade an der Hauptstadt. Überall in Bangkok wird gebaut. Überall Kräne, viel Lärm, viel Feinstaub in der Luft. Gebaut wird für die wachsende Mittelklasse des Landes, aber auch für zahlungskräftige Käufer aus China und Europa, die sich Apartments in den neuen Wohntürmen zulegen.

Davon profitieren viele Unternehmen, etwa die Kasikornbank, das größte Kreditinstitut im Land. Hauptgeschäftsfeld sind neben Krediten für Landwirte vor allem Unternehmensfinanzierungen. Ähnlich gefragt ist Siam Cement, der größte Baustoffhersteller des Landes. Denn gebaut wird auch im Auftrag des Landes. Die Transportinfrastruktur Thailands wird massiv verbessert. Herzstück ist der sogenannte Eastern Economic Corridor, der die Hauptstadt Bangkok mit den angrenzenden Provinzen verknüpft - mit besseren Straßen, einem stark ausgebauten Schienennetz und neuen Häfen. Umgerechnet 45 Milliarden Dollar lässt sich Thailand die Modernisierung der Wirtschaftszone kosten.

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Bildquelle: Athit Perawongmetha/Reuters, BO, BO, BO, BO, BO
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