TUI-Aktie: Konzernchef wirbt bei Aktionären für Fusion mit TUI Travel
· Börse Online Redaktion
Joussen hatte die Fusionspläne Ende Juni nach langen Verhandlungen mit Travel-Chef Peter Long vorgestellt. Die Eigner von TUI Travel sollen für jeden gehaltenen Anteil 0,399 neue TUI-AG-Aktien erhalten. Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Deutschland haben, aber in erster Linie an der Londoner Börse notiert sein. Die gesamte Transaktion ist TUI zufolge drei Milliarden Euro schwer. Das fusionierte Unternehmen wäre an der Börse etwa 6,5 Milliarden Euro wert.
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DAS LETZTE WORT BLEIBT DEN AKTIONÄREN VORBEHALTEN
Das letzte Wort haben nun die Aktionäre: 75 Prozent der TUI-AG-Anteilseigner müssen den Deal absegnen. Die Anwesenheitsquote auf der Hauptversammlung in Hannover betrug 61,7 Prozent. Der russische Milliardär Alexej Mordaschow, der gut ein Viertel der TUI-Aktien hält, hat nach Firmenangaben bereits sein Ja versichert. Zudem müssen noch drei Viertel der TUI-Travel-Eigner dem Zusammenschluss zustimmen. Die Hürde ist hoch, da sich die Quote auf die 46 Prozent ausstehende Aktien bezieht, die die TUI AG nicht schon hält. Analysten sehen die Gefahr, das eine kleine Gruppe von Aktionären von TUI Travel die Übernahme blockiert. Die Gesellschafter von TUI Travel stimmen ab 17.00 Uhr in London ab.
Mit dem geplanten Schulterschluss will der frühere Vodafone-Manager Joussen eine folgenschwere Entscheidung seines Vorgängers Michael Frenzel rückgängig machen. 2007 hatte der deutsche Traditionskonzern sein Reisegeschäft nahezu komplett mit dem britischen Rivalen First Choice gebündelt und später unter dem Namen TUI Travel abgespalten. An der in London börsennotierten Tochter halten die Niedersachsen seitdem lediglich 54 Prozent und haben deshalb nur begrenzt das Sagen. Rund 95 Prozent des jährlichen Konzernumsatzes von 18,5 Milliarden Euro laufen über die Tochter.
Den Aktionären der TUI AG soll die Fusion mit mehr Geld schmackhaft gemacht werden: Sie sollen für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende September) eine Dividende von 33 Cent je Aktie erhalten - zuletzt gab es 15 Cent. Zudem soll der Schulterschluss jährlich 170 Millionen Euro einsparen - 70 Millionen Euro mehr als bislang anvisiert.
Reuters
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