Das Credo der Value-Investoren ist ebenso simpel wie einleuchtend: Man prüfe Firmenbilanzen auf wichtige Kennziffern und ermittle daraus den künftigen Ertragswert. Steht der daraus resultierende Substanzwert im Verhältnis zu einer niedrigen Aktienbewertung, ergibt sich eine exzellente Kaufgelegenheit. Aus Anlegersicht besteht die Kunst darin, sich frühzeitig antizyklisch zu positionieren, denn die Kurse kommen ins Laufen, sobald der breite Markt das Ertragspotenzial dieser Unternehmen erkannt hat.

Die Verfechter der wertorientierten Kapitalanlage - auf Neudeutsch: Value Investing - wurden in den vergangenen Jahren allerdings auf eine harte Probe gestellt. In Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen und wieder steigender Unternehmensgewinne glänzten vor allem die Aktien von Wachstumsfirmen aus zyklischen Branchen, insbesondere aus dem Technologiesektor, mit einer Outperformance. Zugleich stiegen die Aktienbewertungen im Allgemeinen. "Es gibt nur noch sehr wenige Titel, die unter ihrem Buchwert und mit einem niedrigen KGV notieren", sagt Hendrik Leber, Geschäftsführer der Acatis Management und einer der deutschen Value-Pioniere.

Angesichts der kräftigen Kursverluste der zurückliegenden Wochen fragen sich nun aber immer mehr Investoren, ob der jahrelange konjunkturelle Aufschwung vor dem Ende steht. "Die aktuelle Entwicklung ist vergleichbar mit der Jahrtausendwende, als der Aufschwung an den Märkten von wenigen Branchen getrieben wurde. Das wirft die Frage auf, ob eine restriktive Zentralbankpolitik bei den Zinsen die Rückkehr in Value begünstigt", erklärt Hans-Peter Schupp, Fondsmanager bei Fidecum.

Value feiert ein Comeback



Für Hans Ulrich Jost ist die Antwort auf diese Frage klar. Der Fondsmanager der Züricher Fondsgesellschaft GAM erwartet wieder bessere Zeiten für Value-Investoren und im Gegenzug spürbare Abschläge für die aus seiner Sicht deutlich überbewertete Technologiebranche: "In der jüngsten Marktumfrage sind die Wachstumserwartungen für Firmen auf das extrem negative Niveau von November 2009, also die dunkelste Stunde für die Finanzmärkte nach der Lehman-Pleite, zurückgefallen", sagt der Experte. "Obwohl ein solches Szenario heute sehr unwahrscheinlich ist, scheint bei den aktuellen Bewertungen von Finanzwerten und anderen zyklischen Titeln eine Systemkrise bereits eingepreist zu sein." Auf diese unterbewerteten Branchen, die der breite Markt kaum beachtet, setzt Jost in seinem Fonds.

Frank Fischer, Anlagestratege von Value Shareholder Management, geht ebenfalls davon aus, dass die Finanzmärkte wieder verstärkt den Wert einzelner Unternehmen und weniger das Wachstum als Investmentkriterium beachten: "Hinter uns liegt ein zehnjähriger Aufwärtstrend, in dem Anleger ohne große Verlustphasen mit tollen Renditen verwöhnt worden sind. Weil es gegen Ende eines solchen Zyklus häufig zu Übertreibungen kommt, unterschätzen Börsianer gerne das Risiko und neigen dazu, das Wachstum zu extrapolieren, als würde es ewig so weitergehen. Ehe sich eine Rotation zum wertbasierten Anlagestil vollzieht, müssen Anleger erst durch ein Tal der Tränen gehen, bevor sie erkennen, dass fundamentale Bewertungsparameter doch Sinn machen", so Fischer.

Die Value-Experten verfolgen unterschiedliche Anlagestrategien, um die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Hendrik Leber hat mit seinem Acatis-Team den Investmentansatz von klassischen Kriterien auf neue Themengebiete erweitert: "Entscheidend für uns bleibt, dass eine Firma eine hohe Rendite zum eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Wir halten dabei verstärkt Ausschau nach den Gewinnern in Zukunftsmärkten, welche die Grundbedürfnisse des Menschen abdecken, etwa in der Kommunikation oder der Mobilität. Sehr spannend finden wir Technologien wie Drohnen, künstliche Intelligenz und elektrische Mobilität."

Nach Ansicht des Fidecum-Experten Schupp ist Technologie dagegen nur in bestimmten Situationen für Value-basiertes Anlegen geeignet: "Wachstumstitel können nur dann Value generieren, wenn sie zuletzt enttäuscht haben und dann weit unter ihren historisch normalisierten Erträgen bewertet werden." Eine solche Phase, in der über 30 Prozent des Fondsportfolios in Technologietiteln investiert war, hat Schupp mit seinem Team zuletzt 2007 ausgemacht. Aktuell sei ein solcher Trend nicht erkennbar.

Frank Fischer wiederum wird auf der Suche nach Ertrag und Umsatzwachstum vor allem bei Standardwerten und Nebenwerten in den Bereichen Technologie, Software und Medizintechnik fündig: "Branchen, die vor großen Veränderungen stehen, eröffnen Chancen auf sogenannte Ten oder Hundred Bagger, also Aktien, die auf das Zehn- oder sogar Hundertfache steigen können."

Ungeachtet dessen, welcher Value-Ansatz in Zukunft am besten abschneiden wird, sollten Anleger im aktuellen Marktumfeld wieder stärker auf wertorientierte Investments setzen. Ausgewählte Fonds sind hier ein gutes Investmentvehikel. Auch wenn sie sich in ihrer Anlagestrategie durchaus unterscheiden, orientieren sie sich bei Parametern wie "stabiler Ertrag" oder "hoher Cashflow" an gemeinsamen Kriterien. Wir stellen vier solcher Produkte vor, außerdem neun Value-Aktien, die unserer Einschätzung nach mit einem besonders guten Renditeprofil überzeugen.

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ABC des Value-Investing



Das wohl Wichtigste für Value-Investoren: Ohne fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse geht es nicht. Um langfristig erfolgreich zu sein, spielt aber auch eine Reihe von anderen Faktoren eine entscheidende Rolle.

Bilanzen lesen. Die Analyse von Unternehmenszahlen bildet die Basis, um die Werthaltigkeit eines Unternehmens zu ermitteln. Zu den wichtigsten Kennziffern zählen langfristig stabile Erträge, ein hoher Cashflow, ein niedriger Buchwert, eine hohe Eigenkapitalquote sowie steigende Dividenden.

Trends beobachten. Das Geschäftsmodell muss sich von Wettbewerbern abheben. Die Firma muss hier auf neue Herausforderungen wie ein sich veränderndes Marktumfeld oder neue Akteure mit veränderter Strategie oder neuen Produkten reagieren.

Antizyklisch kaufen. Value-Investoren lassen sich bei ihren Entscheidungen nicht von aktuellen Marktstimmungen leiten. Ausschlaggebend sind allein die Fakten, also die auf eine niedrige Bewertung hindeutenden Kennziffern.

Geduld mitbringen. Value-Investoren bauen auch dann Positionen auf, wenn die aktuelle Kursentwicklung einen Einstieg nicht nahelegt, und bleiben selbst in Phasen am Ball, in denen der Aktienkurs für einige Zeit nicht anspringt.



Ahold Delhaize-Aktie: Leckere Rendite nach der Fusion



Für die niederländische Einzelhandelskette zahlen sich die Synergien aus dem Zusammenschluss mit Delhaize aus. Dazu floriert der Onlinehandel, vor allem auf dem US-Markt, der für mehr als 60 Prozent der Gesamterlöse steht. Das ist umso bemerkenswerter angesichts der lokalen Marktmacht von Amazon.

Dass die Übernahme von Delhaize geglückt ist, belegen die Kennziffern für die Profitabilität. So verdoppelte sich die Kapitalrendite 2017 gegenüber dem Vorjahr auf 6,2 Prozent. Der hohe freie Cashflow von 693 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018 ermöglicht es dem Unternehmen, in das Ladennetz zu investieren und zugleich eine hohe Dividende auszuschütten.

Das 2019er-KGV von 15 liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt, ebenso das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,6. Darüber hinaus läuft noch der für 2018 angekündigte Aktienrückkauf mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro.





Bechtle-Aktie: Erfolgreicher IT-Dienstleister



Das größte konzernunabhängige IT-Systemhaus in Deutschland hat sich erfolgreich auf mittelständische Kunden ausgerichtet. Vom Umsatzwachstum und der Profitabilität her ist Bechtle ein Dauerläufer. Zwischen 2009 und 2017 legte der Umsatz von 1,4 auf 3,6 Milliarden Euro zu. Der Konzerngewinn kam im selben Zeitraum von 34 auf 114,6 Millionen Euro voran.

Nutznießer dieser Wachstumsdynamik sind auch die Aktionäre, für die sich die Dividende im selben Zeitraum verdreifachte. Das Unternehmen aus Neckarsulm hat es stets verstanden, sein hohes organisches Wachstum durch gezielte Zukäufe wie zuletzt den Netzwerkspezialisten BT Stemmer zu verstärken. Diese Transaktionen gingen auch nicht zulasten der soliden bilanziellen Kennziffern.

Die zahlreichen Übernahmen der jüngsten Vergangenheit zahlten sich auf der Umsatz- und Gewinnseite aus. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte das Management den Ausblick für 2018 angehoben.

Die im Branchenvergleich knackige operative Marge von zuletzt 4,5 Prozent rechtfertigt die relativ hohe Bewertung. Der Titel fiel jüngst knapp unter unseren Stopp, wir bleiben dennoch positiv gestimmt.





Deutsche Telekom-Aktie: Höhere Margen und reichlich Cash



Die Aktie der Deutschen Telekom hat sich zuletzt gut behauptet. Ein Grund dafür ist, dass der defensive Telekomsektor gerade in turbulenten Börsenzeiten als sicherer Hafen gilt.

Bei den Börsianern kommt aber auch gut an, dass der Konzern trotz hoher Investitionen seine Ertragskraft deutlich verbessert. So kam die operative Marge von 2014 bis 2017 von 10,7 auf 12,5 Prozent voran - und schließt damit langsam zu Wettbewerbern wie Telefónica auf.

Noch besser entwickelt sich der freie Cashflow: In den letzten vier Jahren stieg er jährlich im Schnitt um zehn Prozent auf zuletzt 5,5 Milliarden Euro. Daraus finanziert der Konzern seine hohen Dividendenausschüttungen.

Für 2018 erwartet das Management beim operativen Gewinn eine unspektakuläre, aber stabile Wachstumsrate von zwei bis vier Prozent. Dazu verspricht die flächendeckende Einführung des neuen 5G-Standards für die Breitbandtechnologie neuen Schwung.

Wir sehen die Aktie deshalb wieder als aussichtsreiches Langfristinvestment.





Dr. Hönle-Aktie: Licht lässt die Erträge glänzen



Der in München beheimatete Nischenplayer Dr. Hönle begeistert mit der richtigen Mischung aus Wachstum und Wertschöpfung. Stark aufgestellt mit ihren UV-Technologien ist die Firma vor allem bei Klebstoffen. Wichtige Kunden sind die Hersteller von Smartphones und Tablets.

Für das Geschäftsjahr 2017/18, das am 30. September endete, hatte das Management zuletzt die Prognose beim Umsatz von 120 bis 130 und beim Betriebsergebnis von 26 bis 30 Millionen Euro angehoben. Auf der Ergebnisseite würde das eine Verdopplung des Vorjahreswerts bedeuten. Gut möglich, dass das notorisch konservativ kalkulierende Management bei der Profitabilität am Ende die Zielvorgaben noch übertrifft.

Bereits bei den Neunmonatszahlen wies Dr. Hönle mit 16 Prozent eine nahezu doppelt so hohe Nettoumsatzrendite wie im Vorjahr aus. Zugleich hat sich der operative Cashflow auf 20,6 Millionen Euro fast verdreifacht. Trotz der anhaltenden Investitionen weist die starke Bilanz eine hohe Eigenkapitalquote von 69 Prozent aus. Als Zuckerl obendrauf fehlt nur noch, dass die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr deutlich höher ausfällt.





Gilead Sciences-Aktie: Biotechaktie vor der Wiedergeburt



Das US-Biotechunternehmen Gilead Sciences befindet sich in einer Umbruchphase. Um die rückläufigen Milliardeneinnahmen mit Hepatitis-C-Therapien zu kompensieren, muss Gilead neue Gewinntreiber ausbauen.

Das ist den Kaliforniern im abgelaufenen dritten Quartal vor allem über die deutlich ansteigenden Verkäufe von AIDS-Medikamenten gelungen. Umsatz und Gewinn waren gegenüber dem Vorjahr zwar rückläufig, toppten aber die Erwartungen.

Für das Gesamtjahr hat das Management die Prognosen leicht angehoben. In der aktuellen Bewertung ist das sich abschwächende Wachstum eingepreist. Zugleich verfügt Gilead mit 30,8 Milliarden US-Dollar über reichlich Barmittel für Investitionen in die eigene Forschung sowie weitere Zukäufe.

Aktionäre kommen in den Genuss einer üppigen Dividende. Schafft es Gilead, neue Produkte auf den Markt zu bringen, wird auch die Börse den Wert wiederentdecken.





Hannover Rück-Aktie: Mit Sicherheit noch profitabler



An der Börse steht der weltweit viertgrößte Rückversicherer, Hannover Rück, zumeist im Schatten des DAX-Bruders Munich Re. Dabei ist nicht nur die Aktie einen Tick günstiger bewertet, das MDAX-Unternehmen arbeitet auch deutlich profitabler.

Die operative Marge lag 2017 bei 7,7 Prozent, im Vorjahr bei 10,3 Prozent. Munich Re kam hier auf 1,7 beziehungsweise 7,0 Prozent, Branchengröße Swiss Re auf 2,2 und 11,1 Prozent. Naturkatastrophen wie Hurrikane, die 2017 zum teuersten Katastrophenjahr für die Versicherungsbranche machten, drückten bei Hannover Rück nicht so stark auf die Bilanz wie bei den Konkurrenten.

Auf der Ertragsseite wird sich 2019 auszahlen, dass die dann fehlenden Sonderbelastungen wegfallen, mit denen das defizitäre Mortalitätsgeschäft wieder profitabel werden soll. Zugleich müssen sich Erstversicherer bei den Schadensversicherungen auf höhere Preise einrichten.

Für 2018 stellt die schuldenfreie Firma ihren Aktionären eine weitere Sonderdividende in Aussicht. Hannover Rück strebt eine Gesamtausschüttung von fünf Euro je Aktie an. Zugleich soll die Ausschüttungsquote für die Basisdividende von 35 bis 40 Prozent auf 35 bis 45 Prozent des Nettogewinns angehoben werden.





Oracle-Aktie: Ein unterschätzter Ex-Börsenstar



Wer nach dem Allzeithoch der Oracle-Aktie sucht, muss weit zurückgehen. Im September 2000, gegen Ende des Dotcom-Hypes, notierte der Titel bei 52,40 Euro - 25 Prozent höher als aktuell. Erzrivalen aus dieser Zeit, etwa Microsoft, haben längst neue Höhen erklommen.

Unter Investoren hat Oracle das Image des IT-Oldtimers, weil das operative Geschäft in erster Linie mit Datenbanken und Servern assoziiert wird. Übersehen wird allerdings, dass Oracle beim Cloud-Geschäft mit jährlichen Wachstumsraten von 40 bis 50 Prozent nachgezogen hat.

Mit einer operativen Marge von zuletzt 36 Prozent ist das Unternehmen profitabler als Microsoft. Auch beim Buchwert schneidet Oracle deutlich besser ab.

Für die Oracle-Aktie bezahlen Anleger das 14-Fache des für 2019 geschätzten Gewinns je Aktie. Dazu läuft ein kursstützendes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 22 Milliarden US-Dollar.





Wacker Neuson-Aktie: Tief schürfender Renditetreiber



Seit ihrem Jahreshoch hat die Aktie des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson rund 40 Prozent an Wert verloren und fiel damit durch unseren Stoppkurs. Aktuell notiert sie knapp über ihrem Buchwert, und das 2019er-KGV von zehn ist überaus günstig. Analysten erwarten für die kommenden zwei Jahre ein um Sondereffekte bereinigtes Gewinnplus von durchschnittlich 21 Prozent.

Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, vor allem in Europa, wo Wacker rund 75 Prozent der Erlöse erzielt. Dazu zahlen sich Kostendisziplin und Prozessverbesserungen aus. Im ersten Halbjahr 2018 kletterte die operative Marge gegenüber dem Vorjahr von 8,0 auf 9,5 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management eine Marge in der Bandbreite zwischen neun und zehn Prozent. Beste Voraussetzungen also, dass Wacker künftig in puncto Rentabilität weiter Fortschritte macht. Bei der Kapitalrendite verbuchte die Firma bereits 2017 einen kräftigen Anstieg von 3,6 auf 5,4 Prozent.

Gut möglich, dass die im SDAX gelistete Gesellschaft am 8. November mit ihrem Zahlenwerk für das saisontypisch starke dritte Quartal positiv überrascht. Auch wir bleiben positiv und passen Ziel und Stopp an.





Waste Management-Aktie: Mit Müllbergen zu hohen Margen



Die US-Firma macht im wahrsten Sinn des Wortes aus Dreck Geld: Mehr als 20 Millionen Kunden bietet Waste Management das Komplettangebot von der Beseitigung bis zum Recycling von Abfällen. Dank der dominierenden Marktstellung in Nordamerika kann das Unternehmen eine relativ hohe Preissetzungsmacht ausspielen, was die Ertragsentwicklung auch in Zeiten schwächerer Nachfrage abfedert.

Den Investoren bietet die Gesellschaft jede Menge Substanz. So verbesserte sich die Umsatzrendite zwischen 2015 und 2017 von 5,8 auf im Branchenvergleich exzellente 13,5 Prozent. Die Kapitalrendite, also der Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, schnellte im selben Zeitraum von 3,7 auf 8,9 Prozent.

Die hohen Mittelzuflüsse verwendet die Firma für kapitalintensive Investitionen und stattliche Dividendenausschüttungen. Seit 2004 wurde die Dividende jedes Jahr erhöht. Die stabilen Wachstumsraten sprechen dafür, dass die Aktie ihre langfristige Aufwärtsbewegung fortsetzt.





Fonds für das wertorientierte Investieren



Aktiv gemanagte Fonds locken mit dem Charme einer überdurchschnittlichen Rendite auf Grundlage verschiedener Value-Strategien. "Value" wird dabei bisweilen unterschiedlich definiert: Der klassische Ansatz lässt Kriterien für Wachstumstitel völlig außer Acht, während andere Fondsgesellschaften auf die Symbiose von Substanz und Wachstum setzen. Eines haben jedoch sämtliche Value-Fonds gemein: Als Portfoliokandidat kommt man nur infrage, wenn bestimmte bilanzielle Kennziffern wie ein hoher Cashflow, eine solide Eigenkapitalquote und ein niedriger Buchwert als das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten und Sonderposten stimmen.

Der GAM Euroland Value Equity zählt zu den Value-Klassikern. Fondsmanager Jost investiert ausschließlich in Unternehmen, die anhand fundamentaler Kriterien wie Buchwert oder Kurs-Cashflow-Verhältnis als günstig identifiziert werden. In das mit aktuell 26 Aktien sehr konzentrierte Portfolio kommen überwiegend Firmen aus der Eurozone. Auf Branchenebene überwiegen eindeutig der Finanzsektor und die Rohstoffbranche. Der Acatis Gané Value Event Fonds  A zeichnet sich durch seine langjährige Outperformance aus. Um jederzeit zuschlagen zu können, hält das Fondsmanagement stets eine hohe Cashquote. Das aus Bluechips und Nebenwerten gebildete Portfolio enthält zudem einen niedrigen Anteil an Anleihen.

Mit einer durchschnittlichen Jahresperformance von fast zehn Prozent auf Zehnjahresbasis ist auch der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen bei den Value-Fonds ganz oben mit dabei. Das inzwischen fast 2,7 Milliarden Euro schwere Flaggschiffprodukt der Shareholder Value Management konzentriert sich auf Nebenwerte, die nach Value-Kriterien eine gute Rendite versprechen. Dafür müssen Anleger größere Kursschwankungen in Kauf nehmen. Neben den etwa 50 Aktien stellen Anleihen - in ihrer großen Mehrheit Kurzläufer - rund ein Viertel des Portfolios.

Der Fidecum SICAV Contrarian Value Euroland A folgt bei der Titelauswahl laut Fondsmanager Schupp "denselben Kriterien wie ein Wirtschaftsprüfer". Das bedeutet: Weil sich künftiges Wachstum nur schwer in ein Modell fassen lässt, wird Wachstum auch nicht in die Bewertung eingepreist. Entscheidend für den Ertragswert ist der operative Nettogewinn nach Steuern, welcher langfristig dem freien Cashflow entsprechen sollte. Auf der Suche nach unterbewerteten Unternehmen wird Fidecum in den unterschiedlichsten Branchen fündig.