10 Milliarden Euro Verlust


Unipers Geschäftsmodell war es in den letzten Jahren preiswert Gas (primär aus Russland) zu importieren und am deutschen Markt weiterzuverkaufen. Doch das Ausbleiben der russischen Lieferungen zwingt Uniper inzwischen dazu, Gas am Spot-Markt zu überhöhten Preisen einzukaufen, da man mit den Versorgungs- und Stadtwerken langfristige Lieferverträge hat. Währenddessen unterhält man ebenfalls eigene Kohle- und Gaskraftwerke, doch zu wenig, um diesen Sturz sicher abzufedern

Uniper wird durch diese Verwerfungen in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von 10 Milliarden Euro erwirtschaften, was den MDAX Konzern in existenzielle Schieflage bringt. Die Uniper Aktie hat seit Beginn des Krieges von etwa 40 Euro auf aktuell unter 10 verloren, was einem Minus von 75 Prozent für Aktionäre entspricht.

Verhandlungsauftakt


Uniper, welche zu 80 Prozent zum staatlich kontrollierten finnischen Versorger Fortum gehören, muss nun wohl mit Krediten und staatlichen Beteiligungen gerettet werden. Denn sicher ist, dass die Infrastruktur und das Geschäft von Uniper systemrelevant sind. Deswegen wird heute die finnische Europaministerin Tytti Tuppurainen in Berlin zu Gesprächen über die Rettung des Unternehmens erwartet. Zuvor hatten sich bereits die Gewerkschaften gegen eine Zerschlagung des Konzerns ausgesprochen.

Doch aktuell sind sich die Regierungen der Länder noch längst nicht einig, wer die Last des Uniper Untergangs tragen muss. Bisher hatte sich Finnland geweigert in die Rettung des MDAX-Unternehmens einzusteigen und auch Robert Habeck betonte, dass das Eingreifen bei Uniper "keine Liebesheirat" sei. Doch wie geht es eigentlich indessen für Aktionäre weiter?

Fazit zur Uniper Aktie


Uniper ist ein systemrelevantes Unternehmen und wird deshalb höchstwahrscheinlich mit unter anderem deutschen Steuergeldern gerettet. Wie es allerdings danach weitergehen soll, ist unklar. Aktionären steht entweder eine gravierende Verwässerung durch den Staat ins Haus oder die komplette Verstaatlichung des gesamten Konzerns. In beiden Fällen sollte man die Finger von der Aktie lassen, denn hier dürfte der Boden wohl noch nicht erreicht sein. Bewertungs- und charttechnisch können zu dieser Aktie keine wenigstens halbwegs verlässlichen Aussagen getroffen werden.

Auch ein Short ist, wenn er überhaupt noch möglich sein sollte (bei vielen Brokern nicht mehr handelbar), mit Vorsicht zu genießen. Eine gute Nachricht kann eine Menge Schnäppchenjäger auf den Plan rufen, die die inzwischen immer illiquider werdende Aktie nach oben pumpen.