Eine Lösung, die Kuh namens "Brexit" vom Eis zu bekommen, sei nicht in Sicht, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. Es bleibe unklar, ob überhaupt oder wann und zu welchen Bedingungen ein Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgen werde. Diese Unsicherheit schrecke die internationalen Investoren von Europa ab.

Der MDAX als Index der mittelgroßen Werte fiel zur Wochenmitte um 1,33 Prozent auf 19 222,60 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 1,49 Prozent auf 1553,52 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroSTOXX 50 sank um mehr als eineinhalb Prozent.

'SICHERE HÄFEN' GEFRAGT

Als "sichere Häfen" geltende Anlagen wie Bundesanleihen und Gold waren in diesem von Ungewissheit geprägten Marktumfeld gefragt. Der Goldpreis kletterte weiter nach oben und die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen fiel auf ein Rekordtief.

Die Aktien der Deutschen Börse (Deutsche Börse) waren zuletzt mit einem Plus von 0,20 Prozent der einzige Gewinner im Dax. Händlern zufolge scheinen Anleger weiter darauf zu hoffen, dass der geplante Zusammenschluss mit der Londoner Börse trotz des Brexit doch noch klappt.

DEUTSCHE BANK UND COMMERZBANK WEITER AUF TALFAHRT

Bankenwerte standen hingegen erneut unter Druck. Neben den Sorgen um die Auswirkungen der Brexit-Entscheidung bestimme die italienische Bankenkrise das Geschehen, sagte ein Börsianer. Dies schlug auch den Aktionären deutscher Kreditinstitute auf den Magen. Sie verkauften die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank (Deutsche Bank), die auf Rekordtiefs fielen. Zuletzt knickten die Kurse um 3,59 Prozent beziehungsweise 5,65 Prozent ein.

Schlusslicht im Dax waren aber die Aktien des Chipkonzerns Infineon (Infineon Technologies). Sie rutschten um 6,65 Prozent ab, nachdem die britische Investmentbank Barclays sie von "Overweight" auf "Equal Weight" abgestuft hatte. Die Analysten schätzen die Halbleiterbranche auch wegen des Brexit nun vorsichtiger ein.