Der DAX-Überflieger ist trotz seiner beeindruckenden Performance der letzten Monate weiterhin ein aussichtsreiches Investment.

Wer auf dem deutschen Kurszettel nach Momentum-Aktien sucht, kommt an Siemens Energy aktuell nicht vorbei. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs des Energietechnikkonzerns um beeindruckende rund 170 Prozent zugelegt. Und dennoch sprechen viele Indikatoren dafür, dass die Dynamik noch nicht ausgereizt ist. Die Transformation des Unternehmens ist weit fortgeschritten: Siemens Energy ist von einem Restrukturierungsfall zu einem Gewinner globaler Megatrends geworden.

Der Konzern profitiert wie kaum ein anderer vom weltweit steigenden Strombedarf. Rechenzentren, künstliche Intelligenz, Elektrifizierung in Industrie und Verkehr, all diese Entwicklungen treiben den Energiehunger nach oben. Siemens Energy sitzt an mehreren Schlüsselstellen der Wertschöpfung: bei Hochspannungs-Gleichstromleitungen, Transformatoren, Gasturbinen und Offshore-Wind­anlagen. Das Resultat ist ein Rekord-Auftragsbestand von 138 Milliarden Euro und sichtbar wachsende Margen.

Nach einer Ergebnismarge vor Sonder­effekten von nur einem Prozent im Jahr 2024 stieg diese im Geschäftsjahr 2025 bereits auf sechs Prozent. Für 2026 stellt der Vorstand neun bis elf Prozent in Aussicht. Parallel explodiert der freie Cashflow von 1,86 Milliarden Euro 2024 auf 4,66 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Bis 2028 sollen die Margen konzernweit auf 14 bis 16 Prozent steigen.

Siemens
BO Data/small charts

Besonders stark entwickelt sich das Geschäft mit Netzinfrastruktur, das für Siemens Energy zunehmend zum strategischen Herzstück avanciert. Die Sparte Grid Technologies profitiert unmittelbar von der globalen Elektrifizierungswelle: Der Auftragseingang ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert, der Auftragsbestand hat sich seit 2021 vervierfacht. Entsprechend wächst das Segment seit mehreren Quartalen zweistellig und soll bis 2028 Margen von 18 bis 20 Prozent erreichen.

Auch die Gas-Services-Sparte erlebt einen Nachfrageboom. Gasturbinen werden nicht mehr als Auslaufmodell betrachtet, sondern als essenzielle Ergänzung für ein Stromsystem, das immer stärker von fluktuierender Wind- und Solarenergie geprägt ist. Siemens Energy hat 2025 den Absatz an Gasturbinen verdoppelt, der Auftragsbestand liegt bei beeindruckenden 54 Milliarden Euro und der Serviceanteil generiert hochprofitable, wiederkehrende Einnahmen.

Selbst das lange belastende Windgeschäft Siemens Gamesa zeigt deutliche Fortschritte. Qualitätsthemen sind weitgehend bereinigt, das Portfolio wurde verschlankt, die Produktion deutlich hochgefahren. Im Offshore-Segment verfügt Gamesa über eine gesicherte Pipeline von mehr als 22 Gigawatt, im Onshore-Bereich kehrt nach einem Neustart wieder Planbarkeit zurück. Im laufenden Jahr soll die Sparte den Break-even erreichen.

Trotz der deutlichen Kursgewinne der letzten Monate erscheint die Performance noch nicht ausgereizt. Nachdem die Aktie zuletzt das Kursziel von BÖRSE ONLINE übersprungen hat, heben wir dieses an und ziehen den Stopp nach.

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