Investieren wir alle viel zu stark in den USA oder vielleicht sogar zu wenig? Geht es überhaupt noch um Länderallokation? Oder ist Europa mehr und mehr uninvestierbar?


Viele, die in ein Welt- oder ein selbst zusammengestelltes Aktienportfolio investieren, sehen ihren oftmals hohen US-Anteil im Portfolio als Problem an. Dies wird oftmals durch die Beimischung von europäischen oder asiatischen Aktien gelöst.

Überall nur Probleme

Doch wie 2022 gezeigt hat, war das nicht die beste Idee. Während in den Emerging Markets vor allem China das bestimmende Gewicht ist, was die Kurs nach unten reißt, so sieht es in Europa auch nicht besser aus. Die hohe Inflation kann wegen Schuldenstaaten wie Italien nicht effektiv bekämpft werden, der halbe Kontinent leidet unter den hohen Energiepreisen, zwischen der Ukraine und Russland herrscht ein blutiger Krieg und in der EU selbst etabliert sich ein immer wirtschaftsfeindlicheres Umfeld.

Nicht also wirklich die besten Regionen um vor allem langfristig einen Großteil des Vermögens zu investieren. Nicht ohne Grund sind in Europa und Asien die Bewertungen deutlich niedriger als in den USA. Der Hintergrund ist nicht nur die Währung oder der einheitliche Binnenmarkt, sondern vor allem ein System, dass die Wirtschaft deutlich mehr fördert und mehr Freiheiten offenbart.


Die USA sind international

Doch auch wenn die Vereinigten Staaten im MSCI World inzwischen fast 70 Prozent ausmachen, trägt das keinesfalls nicht zur globalen Diversifizierung bei. Anders als Beispielsweise in Europa agieren die meisten Konzerne weltweit.

Denkt man an eine Apple, McDonalds oder Coca-Cola, so machen diese ihre Umsätze weltweit und eben nicht nur im heimischen Binnenmarkt. Damit ergibt sich nur das Standort-Risiko USA, was sich in der Vergangenheit allerdings nicht als dieses materialisiert hat. An der Wirtschaftsentwicklung und dem Konsum in den USA hängen viele Unternehmen aber nur sekundär.


Mehr US-Anteil?

Aber trotzdem sollte jetzt nicht jeder Cent in einen S&P500 ETF wandern. Immerhin gibt es auch in Europa und Asien einige spannende Geschäftsmodelle, die Anleger so in den USA gar nicht vorfinden werden. Ein bekanntes Beispiel wäre der französische Luxusgüterkonzern LVMH, der Marktführer ist und ebenfalls weltweit agiert.

Es gibt also überall spannende Unternehmen zu entdecken, auch wenn sich die meisten in den USA angesiedelt haben, was bisher weder eine Überraschung noch ein Problem war.


Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH