FED-SITZUNG

US-Notenbank: Fed bleibt wegen Corona-Krise noch länger bei ihrer Tiefzinspolitik

US-Notenbank: Fed bleibt wegen Corona-Krise noch länger bei ihrer Tiefzinspolitik

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

17.09.2020 07:05:23

Die US-Notenbank Fed hält nach ihrem Strategieschwenk angesichts der Cornona-Krise an ihrer Politik der ultratiefen Zinsen fest. Die Währungshüter um Notenbankchef Jerome Powell erklärten im Anschluss an zweitägige Beratungen am Mittwoch zudem, an dieser expansiven Ausrichtung solange nicht zu rütteln, wie es für die Erreichung ihrer Ziele erforderlich ist.

Sie stellten in Aussicht, die Zinsen so lange nahe Null zu halten, bis die Inflation auf dem Weg sei, "für einige Zeit" das Ziel von zwei Prozent Teuerung "moderat zu übertreffen". Ihren Leitzins zur Versorgung der Geldhäuser mit Geld beließ die US-Notenbank in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent.

Das Virus verursache erheblich ökonomische und menschliche Härten, erklärten die Dollar-Wächter: "Die Federal Reserve ist entschlossen, ihre gesamte Bandbreite an Werkzeugen zu nutzen, um die US-Wirtschaft in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen." Den neuen Projektionen der Währungshüter zufolge dürften die Zinsen bis mindestens 2023 unverändert bleiben. Dabei wird damit gerechnet, dass die Inflationsrate bis dahin die Zwei-Prozent-Marke nicht überwinden wird.

Volkswirten zufolge hat die Fed jetzt ihre Tiefzinspolitik für lange Zeit zementiert. "Die Botschaft ist, dass die Zinsen auf Jahre sehr niedrig bleiben und das sogar dann, wenn die Inflationsrate deutlich anzieht", sagte Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW. "Hinzu kommt, dass sie neue geldpolitische Entscheidungen nun gerne auf die Zeit nach dem 3. November 2020 vertagt, um nicht den Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen."

FED KÖNNTE ENEUT NACHLEGEN


Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW, rechnet damit, dass der Druck auf die Fed, ihre Geldschleusen weiter zu öffnen, nach der US-Wahl zunehmen wird. Dies werde vor allem dann der Fall sein, sollte eine Einigung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket im US-Kongress nicht gelingen. "Ein mögliches Mittel hierfür könnten eine Erhöhung der Anleihekäufe sein sowie Schritte, welche die Hürden für eine künftige Leitzinsanhebung faktisch nochmals höher setzen", sagte Burkert. Die US-Notenbank hatte zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie unter anderem bereits massive Kreditprogramme aufgelegt, um die Konjunktur zu stützen. Dazu kommen umfangreiche monatliche Staatsanleihenkäufe.

Mit ihrer unlängst geänderten Strategie hat sich die Fed mehr Spielraum beim Anpeilen ihres Inflationsziels eingeräumt. Sie kann nun, wenn es aus ihrer Sicht erforderlich ist, die Teuerungsrate für einen längeren Zeitraum über dem angesteuerten Optimalwert von zwei Prozent halten, wenn diese zuvor geraume Zeit darunter geblieben ist. An erster Stelle soll das Ziel der Vollbeschäftigung stehen. Davon ist die US-Wirtschaft nach dem herben Einbruch infolge der Virus-Krise aber noch meilenweit entfernt, obgleich die Arbeitslosenquote zuletzt überraschend auf 8,4 Prozent gesunken war.

rtr

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