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VIRUSKRISE

Viruskrise: Achterbahnfahrt an den Börsen - Wie es weitergehen könnte

Viruskrise: Achterbahnfahrt an den Börsen - Wie es weitergehen könnte
08.12.2021 06:38:34

Die neue Variante Omikron führt zu Turbulenzen am Kapitalmarkt. Anleger nutzen niedrigere Kurse zum Wiedereinstieg. Angesichts möglicher neuer Beschränkungen bleibt die Lage unruhig. Von Wolfgang Ehrensberger

Der Auftritt der neuen Corona-Variante Omikron hat an den Weltbörsen erhebliche Kursturbulenzen ausgelöst. Zusätzlich belasten die Märkte die anhaltenden Probleme der Unternehmen mit gestörten Lieferketten, deutlich steigende Inflationsraten sowie die Aussicht auf eine weniger expansive Geldpolitik in den USA.

Nachdem der deutsche Leitindex DAX als Folge von Omikron mehr als fünf Prozent verloren hatte, nutzten Investoren die niedrigeren Kurse zur Wochenmitte zum Einstieg. Doch noch am gleichen Tag schickte der erste Omikron-Infektionsfall in den USA die US-Börsen und im Gefolge auch den DAX schon wieder auf Talfahrt.

Möglicherweise war das Auftreten der Omikron-Variante auch nur ein guter Vorwand, um nach der Rally der vergangenen Monate Gewinne mitzunehmen. So sieht es zumindest Carsten Mumm, Chefvolkswirt beim Bankhaus Donner & Reuschel. "Die Belastungsfaktoren haben sich zuletzt gehäuft - anhaltende Lieferkettenprobleme, sinkende Industrieproduktion, Konsumschwäche durch steigende Preise. Da kann ein Rücksetzer nicht verwundern", sagte Mumm zu €uro am Sonntag.

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Das weitere Rückschlagpotenzial hält Mumm allerdings für überschaubar. "Auf den DAX bezogen hat bisher die Marke von 14 980 Punkten stabil gehalten. Ich denke, dass dies die Haltelinie der aktuellen Konsolidierung bleiben könnte."

Wagen sich Anleger zwischendrin wieder an den Markt zurück, profitieren vor allem Aktien, die zuletzt stark unter die Räder gekommen sind, insbesondere aus dem Reise- und Freizeitsektor. So legte der europäische Reisebranchenindex am Mittwoch um rund drei Prozent zu, nachdem er im November rund 20 Prozent verloren hatte.

Airlines wie Wizz Air und Easyjet machten am selben Tag bis zu sieben Prozent gut. Auch die Lufthansa zog nach herben Einbußen wieder etwas an. Die größte deutsche Airline und der Flughafenbetreiber Fraport hatten bei Auftreten der Omikron-Variante prozentual zweistellige Verluste hinnehmen müssen. Für beide war es das größte Tagesminus seit dem Börsencrash vom März 2020, als Deutschland von der ersten Corona-Welle getroffen wurde.

Chance auf Jahresendrally

Fondsmanager Marc Decker von Merck Finck richtet seinen Blick jetzt vor allem auf Aktienwerte aus dem IT-Sektor, die langfristig gute Einstiegsmöglichkeiten böten. "Auch Unternehmen aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, also vor allem Luxus- und Grundstoffe, erzielten in der zurückliegenden Berichtssaison gutes Gewinnwachstum und bieten teilweise schon wieder interessante Bewertungsniveaus", so Decker. Zu den Verlierern dürfte aber der deutsche Einzelhandel zählen, der unter den Corona-Beschränkungen am stärksten leidet und durch schärfere 2G-Regeln Geschäftseinbußen befürchtet. "Mitten im Weihnachtsgeschäft verlieren betroffene Einzelhändler bis zu 50 Prozent ihrer Umsätze", warnte der Handelsverband HDE.

Was die Weltbörsen angeht, so rechnet Donner & Reuschel-Chefvolkswirt Mumm mit anhaltenden stärkeren Schwankungen in den kommenden Monaten, sodass sich immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten ergäben. Die Perspektiven für die Aktienmärkte blieben insgesamt positiv. "Im ersten Halbjahr erwarten wir nachlassenden Einfluss der Pandemie und ein Auflösen der Abfertigungsstaus vor großen Containerhäfen. Ab dem zweiten Halbjahr könnte sich der dynamische Aufschwung nach der Corona-Rezession fortsetzen."

Börsenexperten halten in den kommenden vier Wochen trotz der Turbulenzen auch eine Jahresendrally noch immer für möglich. Dafür spricht allein schon die Statistik. Seit Jahrzehnten zählen November und Dezember zu den besten Börsenmonaten des Jahres. "Und wenn die Aktienkurse das ganze Jahr gestiegen sind und die Leute unterinvestiert sind, wollen sie vor dem Jahresende noch zukaufen", heißt es etwa beim Vermögensberater Bespoke.

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