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VW-Aktie: Die Dieselrabatte - Was bringen sie wirklich?

VW-Aktie: Die Dieselrabatte - Was bringen sie wirklich?

WKN: A2JGMN ISIN: CA3609291032 GAR Ltd (A)

20.10.2018 02:20:00

Mit einer weiteren Rabatt-Ankündigung reagiert VW auf die Diesel-Debatte. Zurückgenommen würden Modelle beliebiger Hersteller - und der Kauf eines Neuwagens oder eines jungen Gebrauchtfahrzeugs werde im Gegenzug mit einem Preisnachlass unterstützt. Wie hoch diese ausfallen, hängt vom Hersteller und vom Modell ab. Kritik an den Modell ließ aber nicht lange auf sich warten. Und auch für die Verbraucher bleiben einige Fragen offen.

Was bringen die Rabatte den Kunden konkret?



Das hängt sehr vom Einzelfall ab. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg warnt etwa davor, dass vor allem bei wenige Jahre alten Dieseln der Wertverfall durch den Umtausch so groß sein könnte, dass die Inzahlungnahme durch den Händler inklusive der nun ausgelobten Rabatte diesen nicht ausgleichen würde. Auch bei der Anschaffung eines teuren Neuwagens könnte sich der finanzielle Anreiz ihm zufolge als Tropfen auf den heißen Stein erweisen.


Stefan Bratzel - Gründer des Center of Automotive Management an der Fachhochschule in Bergisch Gladbach - sagt deshalb: "Ich kann nur empfehlen, dass jeder Verbraucher genau nachprüft, mit welchen Wertverlusten er im Fall der Prämie zu rechnen hat."


Verrechnen die Hersteller die neuen Rabatte einfach mit bestehenden?



"Das wissen wir erst dann, wenn die neuen Aktionen ab dem 1. November auch sichtbar werden", sagt Dudenhöffer. "Ich würde die Chance aber als höher einschätzen, dass VW von einer Kürzung bereits bestehender Rabatte absieht." Bei VW heißt es, dass die nun vorgestellten Rabatte von den Händlern durchaus mit bestehenden kombiniert werden können. "Auf diese Weise können Nachlässe erreicht werden, die deutlich über die normalerweise erhältlichen hinaus gehen", erklärte ein Sprecher.

Laut Dudenhöffer macht das aus Herstellersicht durchaus Sinn. Denn der Absatz von Dieselautos bricht schon seit längerem ein. Ihr Anteil am Gesamtabsatz lag dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge im September nur noch bei knapp 30 Prozent. Allein im vergangenen Monat hat sich die Zahl der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen demnach halbiert. Die Rabattaktion könnte die Nachfrage also ankurbeln.

Sind die Rabatte also ein Konjunkturprogramm für VW-Dieselwagen?



Dieser Eindruck greift Bratzel zufolge zu kurz - auch wenn er nicht ganz von der Hand zu weisen sei. "Die Hersteller nehmen schon kräftig Geld in die Hand, um diese neuen Rabatte nun anzubieten", sagt er. Es sei vor allem ein Versuch, auf die Debatte zu reagieren. "Man kann sich aber darüber unterhalten, ob das genug ist." Bratzel vermisst ein Gesamtkonzept. "Wir müssen mit dieser Symbolpolitik und diesem Stückwerk aufhören", fordert er. "Da muss auch die Politik dazu beitragen, diese verschiedenen Themen integrativ zu betrachten."

Dass VW ausschließlich den Absatz seiner Dieselmodelle im Kopf hat, ist auch aus anderem Grund unwahrscheinlich: Die Rabatte werden zumindest bei der Tochter Audi auch dann ausgezahlt, wenn sich der Kunde für ein Elektroauto entscheidet. Bei VW selbst ist das nur der Fall, wenn der Altwagen des Kunden in einer der 14 besonders belasteten Städte zugelassen ist oder es sich um einen Jahreswagen handelt.

Auf Seite 2: Die abgegebenen Fahrzeuge werden zum Teil verschrottet. Ist das ökologisch sinnvoll?



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Bildquelle: Fabian Bimmer / Reuters

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