VW-Finanzvorstand Frank Witter will sich aber noch nicht festlegen und spricht weiter von einem "möglichen Börsengang". 80 Banker, Anwälte und Vertreter von Volkswagen trafen sich Teilnehmern zufolge aber schon in der vergangenen Woche, um die Strategie für die milliardenschwere Emission zu besprechen.

Volkswagen hatte kürzlich die Investmentbanken JPMorgan, Goldman Sachs, die Deutsche Bank und Citi damit beauftragt, den Börsengang zu organisieren. Damit soll der Volkswagen-Konzern, der tief in die Dieselaffäre verstrickt ist, leichter steuerbar werden. Als frühestmöglicher Termin gelten die Wochen vor Ostern 2019, rund sechs Monate brauchen die Banken zur Vorbereitung.

Die Emission soll nach den Vorstellungen von Renschler mehr als sechs Milliarden Euro schwer werden. Banker halten das Ziel aber für anspruchsvoll. "Dazu müsste Volkswagen deutlich mehr als 25 Prozent der Anteile abgeben - doch das täte der Konzern wohl nur bei einer höheren Bewertung", rechnete ein Banker vor. Ähnliches hatte Siemens mit der Medizintechnik-Tochter Healthineers erlebt. Nach verhaltener Resonanz der Investoren trennte sich der Münchner Konzern nur von 15 Prozent seiner Anteile und erlöste 4,2 Milliarden Euro - die Erwartungen am Markt hatten bei bis zu zehn Milliarden gelegen.

Mit der Abspaltung der Augsburger Renk AG und des Generatoren-Herstellers MAN Energy Solutions vom Nutzfahrzeug-Geschäft ist MAN nach mehr als 250 Jahren nun zum reinen Lkw-Hersteller geschrumpft. Bis weit in die 2000er Jahre stellt MAN auch Druckmaschinen (MAN Roland) her, baute Industrieanlagen und handelte mit Stahl.

KEIN EXTRA-GEWINN FÜR MAN



Dass die Randbereiche noch vor dem Börsengang vom Lkw-Bau getrennt werden sollten, hatte Traton-Chef Renschler gefordert. Wie, war aber bis zuletzt unklar. Nun haben die 14.000 Mitarbeiter im Bau von Kraftwerks-Turbinen und schweren Dieselmotoren etwa für Schiffe sowie die 2300 Renk-Beschäftigten Gewissheit, dass sie bis auf weiteres Teil von Volkswagen werden - wenngleich sie auch dort nicht zum Kerngeschäft gehören. Für die Beteiligung von 76 Prozent am Getriebehersteller Renk und an der MAN Energy Solutions überweist VW zwischen 1,85 und 2,05 Milliarden Euro nach München. Das entspreche dem Buchwert, zu dem die Töchter Ende des Jahres in der MAN-Bilanz stehen. Ein Extra-Gewinn entsteht damit nicht. Die US-Tochter von MAN Energy wird für 99 Millionen Dollar an eine amerikanische VW-Tochter angedockt.

Rund 24 Prozent der MAN-Aktien sind noch im Streubesitz. VW will möglichst viele Kleinaktionäre mit einem Übernahmeangebot noch vor dem Börsengang von Traton zum Ausstieg bewegen.

rtr