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LIEFERENGPÄSSE

VW-Finanzsparte profitiert vom Chipmangel - Rekordgewinn in Sicht

VW-Finanzsparte profitiert vom Chipmangel - Rekordgewinn in Sicht
08.12.2021 13:03:42

Für Volkswagen hat der Chipmangel auch eine positive Seite: Während der Wolfsburger Autobauer wegen der Lieferengpässe derzeit nicht so viele Neuwagen bauen kann wie nachgefragt werden, steuert der konzerneigene Absatzfinanzierer operativ einen Rekordgewinn an. "Das wird sicherlich ein historisches Ergebnis", sagte Sparten-Finanzchef Frank Fiedler am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Mit Blick auf den für das Gesamtjahr bereits in Aussicht gestellten Betriebsgewinn von rund vier Milliarden Euro fügte er hinzu: "Das wird eine viel größere Zahl." Zum Vergleich: Im zurückliegenden Corona-Jahr hatte die VW-Finanzsparte 2,8 Milliarden Euro Betriebsgewinn gemacht, 2019 waren es 2,9 Milliarden. Die Finanzsparte profitiert von der enormen gestiegenen Nachfrage nach Gebrauchtwagen. Weil Volkswagen wegen fehlender Computerchips viele Neuwagen nicht liefern kann, weicht die Kundschaft auf Leasingrückläufer aus. Daneben wird die Bilanz durch niedrigere Risikokosten und die günstige Refinanzierung durch die Verbriefung von Autokrediten (ABS) entlastet.

Fiedler führte das gute Abschneiden auch darauf zurück, dass die Kunden gut durch die Corona-Krise gekommen seien. "Wir haben es geschafft, den gesamten Händlerstamm da durchzubekommen. Und die sehen gut aus." Bei den Flottenunternehmen und Privatkunden sei dies ähnlich: "Es hat sich gezeigt, dass der Kundenstamm so stabil ist, das wir extrem wenige bis gar keine Ausfälle haben." Das liege auch an staatlichen Pandemiehilfen zur Stützung von Unternehmen und den Regelungen zur Kurzarbeit.

Die gestiegenen Gebrauchtwagenpreise führten dazu, dass aus sonst üblichen Restwertrisiken Gewinne geworden seien. Das schon länger laufende Sparprogramm zahle sich ebenfalls aus: Von den bis 2025 geplanten Kostensenkungen von 1,3 Milliarden habe die Sparte bereits rund 600 Millionen Euro realisiert, sagte Fiedler.

Bei der Digitalisierung kommt Volkswagen Financial Services, konzernintern VW FS genannt, unterdessen voran. Bis zum Jahresende werde die Sparte rund eine halbe Million Verträge online abgeschlossen haben, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Um bei der zunehmenden Konkurrenz die Nase vorn zu behalten, stellt sich der Finanzdienstleister in Europa nun neu auf. Die bislang auf Länder bezogene Organisation wird durch eine auf Vertriebskanälen basierende Struktur ersetzt. Drei Vertriebskanäle bedienen künftig den Handel, das digitale Direktgeschäft und die Flottenkunden. Damit schaffe VW Financial Services die Voraussetzung, um auch international weiter zu wachsen.

rtr

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