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GM plant Stellenabbau - was das für Anleger bedeutet

GM plant Stellenabbau - was das für Anleger bedeutet
15.12.2018 03:50:00

GM: Der geplante Jobabbau missfällt Donald Trump. Seine Drohung, Subventionen zu streichen, kann der US-Präsident aber kaum umsetzen. Von Jörg Billina



Mary Barra ist keine Politikerin, sie ist Chefin von General Motors (GM). Sie muss sich daher gegenüber den Wählern oder dem Kongress nicht rechtfertigen. Die 56-jährige Vorstandsvorsitzende des größten Autoherstellers in den USA ist auch nicht verpflichtet, ihre Entscheidungen mit dem US-Präsidenten abzustimmen. Barra ist ausschließlich den Investoren und den Gläubigern gegenüber verantwortlich. Diese sind am nachhaltigen Unternehmenserfolg interessiert, beziehungsweise wollen sie sicher sein, dass der Konzern seinen Schuldenverpflichtungen nachkommen kann.



Die jüngst von Barra angekündigten Umbaupläne dienen beiden Zielen. GM wird bis Ende 2019 über 14 000 Jobs streichen, Werke in Ohio, Maryland und Michigan schließen sowie Modelle wie den Buick Lacrosse nicht mehr produzieren. Als Alternative will Barra verstärkt in die Serienproduktion von selbstfahrenden Automobilen und Elektroautos einsteigen.


Die Maßnahmen dienen auch dem Ziel, das Investment-Grade-Rating von GM nachhaltig zu sichern. Bis Ende des Jahres 2020 will der mit über 100 Milliarden Dollar verschuldete Konzern immerhin sechs Milliarden Dollar einsparen. Die Ratingagentur Moody’s lobte inzwischen die finanzielle Disziplin.

Kritik aus dem Oval Office



Enttäuscht von Barras Kurs ist dagegen Donald Trump. Er kritisierte, dass Produktionsstätten in den USA geschlossen werden, in Werken in Mexiko und China jedoch weiterhin GM-Fahrzeuge vom Band laufen. Der US-Präsident erwägt nun einen kompletten Subventionsstopp.

Investoren müssen die Drohung jedoch nicht allzu ernst nehmen. Die einzige Subvention, von der GM profitiert, sind die allen US-Konsumenten beim Erwerb eines E-Autos eingeräumten Steuernachlässe. Trump dürfte es schwer fallen, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, um künftig nur GM-Kunden von dieser Regelung auszunehmen. Sie sollten daher weiterhin Kredite von GM Financial, der Autofinanzierungssparte des Konzerns, in Anspruch nehmen. Der von GM Financial jüngst aufgelegte Bond (siehe Kasten) weist daher überschaubare Risiken auf. Außerdem ist das Papier mit Investment Grade eingestuft.


Bildquelle: Rebecca Cook/Reuters, BÖRSE ONLINE

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