ANLEIHEN

Renditen ziehen an - Spekulationen auf "Coronavirus-Bonds"

Renditen ziehen an - Spekulationen auf
18.03.2020 10:53:45

Anleger haben sich am Mittwoch aus Bundesanleihen zurückgezogen. Im Gegenzug zog die Rendite der zehnjährigen Papiere auf minus 0,269 von zuvor minus 0,432 Prozent an. Auch Renditen anderer Euro-Länder wie der Niederlande und Frankreichs kletterten. Händler erklärten dies mit anstehenden Anleiheauktionen und Spekulationen auf eine mögliche gemeinsame Emission in der Euro-Zone.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, dessen Land in Europa bislang am heftigsten von der Coronavirus-Krise betroffen ist, plädiert Regierungskreisen zufolge für spezielle "Coronavirus-Bonds" oder einen europäischen Garantiefonds der Staatengemeinschaft. Damit soll finanziell klammen Mitgliedstaaten bei den für die Eindämmung erforderlichen Ausgaben unter die Arme gegriffen werden. Investoren flüchteten zur Wochenmitte erneut aus italienischen Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stieg um 60 Basispunkte auf mehr als drei Prozent.

Die Idee von Euro-Bonds, also gemeinsamen Staatsanleihen aller Euro-Ländern, ist seit Entstehung der Staatengemeinschaft in der Debatte. Bislang hat Deutschland sich vehement dagegen ausgesprochen. Bisher begibt jedes Land ausschließlich eigene Anleihen - mit der Konsequenz, dass hoch verschuldete Staaten teils extrem hohe Zinsen zahlen müssen. Staaten mit guter Bonität wie Deutschland kommen dagegen günstiger an frisches Geld.

rtr


Bildquelle: Lee Pettet/Istockphoto

Nachrichten

  • Nachrichten zu Anleihen
  • Alle Nachrichten
pagehit