ZINSIDEE DER WOCHE

Rumänien-Anleihe: Neue Staatsanleihe verzinst das Risiko angemessen

Rumänien-Anleihe: Neue Staatsanleihe verzinst das Risiko angemessen
07.07.2018 03:28:00

Das Haushaltsdefizit steigt, die Wirtschaft schwächt sich ab. Doch die neue Staatsanleihe verzinst die Risiken angemessen. Von Jörg Billina

Auch nach Jahren der wirtschaftlichen Erholung: Rumänien zählt noch immer zu den ärmsten Staaten der EU. Laut Weltbank muss rund ein Viertel der Bevölkerung mit weniger als fünf Euro pro Tag auskommen. Andererseits wächst keine Wirtschaft dynamischer. Im vergangenen Jahr legte sie um 6,9 Prozent zu. Die 28 EU-Staaten erzielten im Schnitt nur 2,4 Prozent. 2018 kühlt sich die Konjunktur zwar wieder ab. Die Weltbank prognostiziert für Rumänien ein Plus von nur noch 5,1 Prozent. Doch auch damit übertrifft das osteuropäische Land die übrigen EU-Mitglieder. Zum Vergleich: Bulgarien werden beispielsweise 4,2 Prozent zugetraut.



Inflation zieht an



Die jüngst aufgelegte Anleihe lockt mit hoher Rendite. Ihr Kauf ist jedoch nicht frei von Risiken, vor allem für Anleger, die den Bond bis zur Fälligkeit halten wollen. "Rumäniens Wirtschaft überhitzt", heißt es in einer Studie vom Analysehaus Capital Economics. Die Geldpolitik müsse dringend gestrafft werden. Ansonsten drohe der wirtschaftlichen Erholung ein kräftiger Dämpfer. Zudem zieht die Teuerungsrate an. Im Mai betrug die Inflation 5,4 Prozent, im Juli 2017 waren es lediglich 1,7 Prozent. Der Internationale Währungsfonds wiederum sieht das wachsende Haushaltsdefizit mit Sorge. Rumänien wird das gesetzte Ziel von unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr vermutlich verfehlen. Verantwortlich für die Defizitausweitung ist die deutliche Erhöhung der Renten. Zudem muss das Land Anleiheinvestoren wieder höhere Zinsen bieten.

Auch die zunehmenden politischen Spannungen sollten Anleger vor einem Engagement abwägen. Vor Kurzem wurde der Chef der Regierungspartei PSD Liviu Dragnea zu mehr als drei Jahren Gefängnis wegen Amtsmissbrauch verurteilt. Ob er die Strafe antreten wird, ist noch unklar. Die Regierung jedenfalls arbeitet daran, geltende Antikorruptionsgesetze zu entschärfen. Unter der Aufweichung rechtsstaatlicher Normen drohen ausländische Direktinvestitionen zu leiden. Ein Zahlungsausfall ist derzeit allerdings nicht in Sicht. Im Februar bestätigte Moody’s die Investment-Grade-Note "Baa3". Doch der Ausblick wurde schon einmal von "positiv" auf "stabil" gesenkt.




Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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