INTERVIEW

CFD-Pionier Cruddas: "Wir mögen Regulierung"

CFD-Pionier Cruddas:

WKN: A0LC2G ISIN: GB00B188SR50 International Public Partnerships Ltd

13.06.2015 07:00:00

Peter Cruddas, Gründer und Vorstandschef des weltweit ersten CFD-Brokers, über Anlegerschutz, Transparenz, das Franken-Debakel und die Börsenpläne seines Unternehmens. Von Jens Castner




Die abrupte Aufwertung des Schweizer Franken am 15. Januar dieses Jahres war so etwas wie der Schwarze Schwan für CFD- und Devisenbroker. Mit Alpari musste sogar einer der namhaften Anbieter Insolvenz anmelden. Im Interview erklärt Peter Cruddas, Vorstandschef von Branchenprimus CMC Markets, warum es für ihn kein besonders schwarzer Tag war und weshalb mehr Regulierung der Branche guttun würde. 2014 steigerte CMC Markets den Gewinn um 61 Prozent auf 51,9 Millionen Britische Pfund, die Anzahl der Kunden legte um elf Prozent zu, die der Trades um 35 Prozent.

Herr Cruddas, wie haben Sie den 15. Januar 2015 erlebt, den Tag, an dem die Schweizer Nationalbank die Untergrenze von 1,20 Franken je Euro aufgab?
Falls Sie auf die Verluste anspielen, die einige Wettbewerber an diesem Tag in große Schwierigkeiten gestürzt haben, kann ich dazu nur sagen: Hier rächt sich der sogenannte Over-Leverage, das Zulassen von bedenklich hohen Hebeln. Da wir das nicht erlauben, mussten wir auch keine allzu großen Verluste hinnehmen.

Aber auch CMC Markets lässt doch - gerade bei Devisenspekulationen - durchaus 100er- Hebel zu.
Schon richtig, unsere Margin-Anforderungen bewegen sich zwischen 0,2 und zehn Prozent. Theoretisch ist also ein maximaler Hebel von 500 möglich, aber eben nur bei sehr kleinen Positionsgrößen. Nach unserem Risikomanagementsystem steigt die Anforderung an die Margin - die vom Trader zu hinterlegende Sicherheitsleistung - mit der Positionsgröße. Will jemand am Devisenmarkt 100 Millionen Euro, Dollar oder Franken bewegen, verlangen wir zehn Prozent Sicherheitsleistung.

Und wie viel war es konkret in allen Schweizer- Franken-Positionen am 15. Januar?
Im Schnitt acht Prozent, was ungefähr einem Hebel von zwölf entspricht. In den meisten Fällen hat die Margin ausgereicht, um etwaige Verluste der Kunden zu decken. Schon deshalb war es für uns kein besonders schwarzer Tag. Ganz davon abgesehen, dass es ja nicht nur Verlierer gab. Viele unserer Kunden haben an der Aufwertung des Schweizer Franken auch verdient.

Auf Seite 2: Der Ruf nach Regulierung



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Bildquelle: CMC Markets

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