CFDS

CFDs-Handel: Nur für Hartgesottene

CFDs-Handel: Nur für Hartgesottene
10.05.2019 20:15:00

Mit Differenzkontrakten können risikobereite Anleger mit Hebel auf ­steigende und fallende Märkte setzen. Das ermöglicht zwar einerseits enorme ­Kursgewinne, andererseits kann es aber auch zu riesigen Verlusten kommen. Von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Totgesagte leben länger. Nachdem die europäische Aufsichtsbehörde ESMA im Vorjahr CFDs reguliert hatte, wurde schon der Abgesang auf diese risikoreichen Produkte angestimmt. Doch es kam ­anders. Nach wie vor erfreuen sich die Papiere bei vielen Anlegern hierzulande großer Beliebtheit. Das zeigt die Zahl der Konten, die trotz Regulierung weiterhin zugenommen hat.

CFDs sind Contracts for Difference, also Differenzgeschäfte. Damit spekulieren Anleger auf die Kursdifferenz bei einem Basiswert zwischen dem Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt. Das sind Indizes, Aktien, Rohstoffe oder Devisen. Anleger können dabei mit Hebel auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Der beliebteste Basiswert sind Indizes. Laut einer Studie des deutschen CFD-­Verbands entfielen 78,5 Prozent der Transaktionen 2018 darauf. Dahinter folgen mit 12,1 Prozent Devisen, mit 5,5 Prozent Rohstoffe und mit 3,7 Prozent Aktien sowie Sonstige. Unter den Indizes ist wiederum der DAX mit Abstand das populärste Barometer. "Anleger handeln in der Regel Basiswerte, zu denen sie den stärksten Bezug haben und mit denen sie vertraut sind", erklärt Michael Lippa, Europachef des CFD-­Anbieters Activ Trades das Phänomen.

Kaufen, lesen, profitieren!

Aktuelle Informationen, gründliche Recherchen, konkrete Empfehlungen: €uro am Sonntag weiß, wie die Finanzwelt funktioniert.

Zu unseren Angeboten

Differenzkontrakte werden außerbörslich gehandelt, also direkt über den Anbieter, den Broker. Sie sind rechtlich gesehen eine Vereinbarung zwischen Anleger und Broker. Dieser legt die ­Bedingungen fest, stellt die Kurse und offeriert entsprechende Handelsmöglichkeiten auf seiner Plattform.

Der Clou dabei ist die Hebelwirkung. Ein Hebel von 20 heißt etwa, dass sich der Wert eines Long-CFDs um 20 Prozent erhöht, wenn der Basiswert um ein Prozent anzieht. Diesen enormen Erträgen stehen jedoch gewaltige Risiken gegenüber: Denn sinkt der Basiswert um ein Prozent, entstehen Verluste von 20 Prozent.

Auf Seite 2: So entsteht der Hebel

Seite: 1 | 2

Bildquelle: iStock

Aktuelle News zu

Nachrichten

  • Nachrichten zu CFDs
  • Alle Nachrichten
pagehit
Inhalt wird geladen
Zur aktuellen Ausgabe